Schadstoffe Kfz-Innung warnt vor Umwelthilfe

Jürgen Resch will das Klagerecht der Deutschen Umwelthilfe  nutzen.
Jürgen Resch will das Klagerecht der Deutschen Umwelthilfe  nutzen. © Foto: M. Scholz/dpa
Stuttgart / Daniel Grupp 07.08.2018

Vor einer Abmahnwelle der Deutschen Umwelthilfe warnt die Kraftfahrzeuginnung der Region Stuttgart ihre Mitgliedsbetriebe. Sie bezieht sich dabei auf einen Bericht über eine „Abmahnwelle“ im Norden. Die DUH weist den Vorwurf zurück.

Laut Kfz-Innung würden Fragen zu bestimmten Autos gestellt, wobei die Fragesteller nur auf Fehler lauerten. Obermeister Torsten Treiber kann sich vorstellen, „dass die DUH so ihre Kriegskasse füllen will“. Die Umwelthilfe hatte Anfang des Monats angekündigt, sich für „möglichst weitgehende Fahrverbote für alle Diesel-Pkw, Busse und Nutzfahrzeuge bis einschließlich Euro 5“ einzusetzen. Denn nur so könne man den „Menschen ihr Recht auf saubere Luft“ geben.

Aus Sicht des Innungsgeschäftsführers Christian Reher nutzt die DUH bei „Abmahnungen rechtliche Schwachstellen hochprofessionell und vor allem gnadenlos“ aus.

Den Vorwurf, die Umwelthilfe sei ein Abmahnverein, weist DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch zurück. „Wir kontrollieren seit 2004, ob Umweltvorschriften eingehalten werden“, sagte er gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Der Anteil der Autobranche unter den DUH-Fällen werde geringer. Zum Beispiel kümmere sich seine Organisation um das Rückgaberecht von älteren Elektrogeräten, erläutert Resch. Der Elektroschrott lande oft bei kleineren Händlern, während die großen Versandhäuser kaum belastet würden.

Die Autoindustrie ist aus Reschs Sicht eine „Branche, die sich massiv dagegen wehrt, kontrolliert zu werden“. Dabei verfolge seine Organisation keine Bagatellfälle. „Sonst fallen wir auf die Nase“, meint der Geschäftsführer im Hinblick auf Gerichtsverfahren. Als Verbraucherschutzorganisation habe die DUH keine andere Möglichkeit, um auf das Einhalten der Regeln zu drängen. Resch: „Die DUH wird weiter ihr Recht nutzen, falsche Angaben zu verfolgen.“ Seine Organisation werde sich erst zurückziehen, wenn der Staat anfange, zu kontrollieren. Er weist die Einschätzung zurück, dass die DUH sich gezielt einzelne Regionen herauspicke.

Innungsobermeister Treiber bezweifelt indes, dass der DUH als Verbraucherorganisation ein Klagerecht zusteht: „Dieselfahrer sind ja auch Verbraucher, denen momentan ganz übel mitgespielt wird.“ 

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