Regionalverband Keine Hürden mehr für Porsche-Entwicklungszentrum

Die Porsche-Denkfabrik in Weissach
Die Porsche-Denkfabrik in Weissach © Foto: Werner Kuhnle
Raimund Weible 12.10.2017
Der Sportwagenhersteller darf sein Entwicklungszentrum in Weissach erweitern. Es wird besser angebunden.

Der CDU-Regionalrat Jürgen Lenz empfand es als Zumutung, was sein Kollege Christoph Ozassek (Linke) im Planungsausschuss des Regionalverbands Stuttgart gegen die Pläne von Porsche in Weissach einzuwenden hatte. Ozassek sprach von einer „Zerstörung hochwertigster Böden“ und einer „Zerschneidung von Grünzonen“. Er wollte den Sportwagenhersteller am liebsten davon abhalten, weiter „absurd übermotorisierte, gemeingefährliche SUVs“ zu produzieren.

Am Ende der Debatte kam es aber so, wie es Lenz wollte. Der Ausschuss beschloss bei vier Gegenstimmen von der Linken und den Grünen eine Zielabweichung vom bisherigen Regionalplan. Das bedeutet: Porsche darf sein Entwicklungszentrum um 14 auf 92 Hektar erweitern. Und der Konzern kann die Forderung der Gemeinde Weissach erfüllen, das Werk durch eine neue Straße besser anzubinden. Die Bevölkerung leidet erheblich unter dem Durchgangsverkehr, den die 6500 Mitarbeiter des Zentrums erzeugen.

Der Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer reagierte erfreut auf den Beschluss, der nach eineinhalbjähriger Diskussion zustande gekommen ist. Er erhofft sich von der neuen Straße weniger Verkehr  in seiner kleinen Gemeinde. Die Straße soll ohne Ortsdurchfahrt bis zur A8-Anschlussstelle Heimsheim führen.

Problematisch ist das Erweiterungs- und Straßenbauprojekt deswegen, weil es landwirtschaftliche Böden und einen Grünzug beansprucht. Doch nur eine kleine Opposition im Ausschuss wollte Porsche Steine in den Weg legen. Die große Mehrheit möchte die Entwicklungsmöglichkeiten des gewichtigen Arbeitgebers nicht beschneiden. Planungsdirektor Thomas Kiwitt trat dem Eindruck entgegen, Zugeständnisse würden nur großen Unternehmen gegenüber gemacht: „Wir haben das auch schon bei einer kleinen Schreinerei getan.“

Das Porsche-Werk samt Teststrecke zu verlegen, wie Ozassek forderte, ist laut Kiwitt schon deswegen unmöglich, „weil wir keine Fläche dieser Größenordnung haben“.