Nachhaltigkeit Kein Andrang beim Aktionstag E-Mobilität

Die Stadtwerke waren mit E-Rollern vor Ort.
Die Stadtwerke waren mit E-Rollern vor Ort. © Foto: Jürgen Schmidt
Stuttgart / Jürgen Schmidt 20.08.2018

Es ging gemütlich zu, ohne großen Andrang beim zweiten Aktionstag Elektromobilität  – lautmalerisch als AtEm abgekürzt – auf dem Stuttgarter Marktplatz. Das mag daran gelegen haben, dass Ferienzeit ist und die, die zu Hause geblieben sind, das Sommerwetter lieber zum Baden und Sonnen nutzen. Es mag aber auch daran liegen, dass Elektroautos noch immer kein Thema sind, das Massen anzieht, auch wenn es am Sonntagnachmittag viel mehr zu sehen gab als Fahrzeuge, die sich äußerlich kaum von denen mit Verbrennungsmotoren unterscheiden.

So wurden die Autos, bei denen die ausländischen Hersteller in der Überzahl waren, von vielen Besuchern eher im Vorbeigehen zur Kenntnis genommen oder, wie im Falle eines BWM-Sportwagens, für Selfies genutzt.

Zweiräder sind gefragter

An den Ständen der Pedelec-Händler und noch mehr auf der Zweirad-Teststrecke auf dem Karlsplatz war dagegen deutlich mehr Andrang. Dies bewies auch, dass die motorisierten Fahrräder auch junge Leute interessieren, wenn auch vielleicht nicht im Alltag. „He, ab 27,6 Stundenkilometern wird das echt schwer“, rief ein Jugendlicher seinem Kumpel zu, nachdem er mit einem E-Mountainbike erfahren hatte, dass die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 25 Kilometern pro Stunde tatsächlich greift.

Der Aktionstag wollte allerdings nicht nur Elektromobilität „zum Anfassen“ bieten, wie in der Ankündigung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart zu lesen gewesen war, sondern er wollte auch Informationen zum Thema vermitteln. So stellte der Autozulieferer Mahle sein neuestes Projekt vor. Der Konzern, der einst mit Kolben groß geworden war, kümmert sich um die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in großem Stil. Auf ganzen Parkplätze oder Parkhausetagen soll an jedem Stellplatz eine Auflademöglichkeit inklusive Kabel zur Verfügung gestellt werden, wie Nicole Heinrich von Mahle ankündigte. Das Herzstück ist ein intelligenter Verteiler, einem Schaltschrank nicht unähnlich, der dafür sorgt, dass die zur Verfügung stehende Last gerecht auf alle zu ladenden Fahrzeuge verteilt wird.

Noch in diesem Jahr will das Unternehmen Mahle einen Prototypen mit 18 Parkplätzen in Betrieb nehmen, im kommenden Jahr sollen 100 Stellplätze im konzerneigenen Parkhaus in Bad Cannstatt mit dem „Charge Big“ genannten System zu Ladestationen werden.

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