Sanierung Injektionstechnik erzielt Wirkung

Riss an der Wand eines Böblinger Hauses.
Riss an der Wand eines Böblinger Hauses. © Foto: dpa
Böblingen / Raimund Weible 17.10.2017

Schlauchleitungen säumen die Straßen entlang des Alten Friedhofs in Böblingen. Eine Spezialfirma hat die Sanierung von undichten Erdwärme-Sonden, die im April 2016 unterbrochen worden war, wieder aufgenommen. Mit hohem Druck spülen die Techniker zersetzten Zementstein heraus. Danach pressen sie sulfatbeständigen Zement hinein, der die Löcher verdichtet und verhindert, dass weiter Wasser in die Gipsschichten dringt. Die Firma stützt sich auf ihre Erfahrungen, die sie im noch weit stärker betroffenen Staufen im Breisgau gesammelt hat.

Eindringendes Grundwasser hatte  auch in Böblingen zur Folge, dass sich der Gips im Untergrund in Anhydrit verwandelt. Dadurch dehnte sich das Erdreich aus. Der Boden hob sich um bis zu 50 Zentimeter. Untersuchungen ergaben, dass insgesamt 17 Sonden defekt sind. Betroffen in Böblingen sind drei Wohngebiete, an insgesamt 200 Häusern kam es zu Rissen.

Weitere Bohrungen wurden gestoppt, 2014 begann die Sanierung der Bohrlöcher, die in bis zu 130 Meter Tiefe reichen. Der Landkreis hat bisher etwa sieben Millionen Euro dafür ausgegeben. Die Behörde strecke nur vor, das Land werde letzten Endes die Kosten übernehmen, sagte Landrat Roland Bernhard. Eine Initiative vertritt die Interessen der geschädigten Hauseigentümer.

Nach dem Bericht der Fachleute erzielt die Sanierungstechnik Wirkung. Bei einem Vorort-Termin sagten sie, dass die Hebungsgeschwindigkeit von 55 Millimeter pro Jahr auf sieben Millimeter pro Jahr reduziert werden konnte. Die Werte wurden per Satelliten-Messung erhoben. Erst wenn die Hebung zum Stoppen gebracht worden ist, kann mit der Sanierung der Häuser begonnen werden. Die Sonden selbst werden durch die Injektionen unbrauchbar.

Bernhard erwartet, dass der Versicherungskonzern Allianz die Kosten für die Sanierung der Häuser übernimmt. Nach bisherigen Schätzungen geht es dabei um eine Summe von zwölf Millionen Euro.

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