Gastro-Tipp In der Küche ein Schwabe

Braten, Nierle und Co.: Dawit Tewolde (re.) und sein Partner Thorsten Nufer setzen auf Klassiker.
Braten, Nierle und Co.: Dawit Tewolde (re.) und sein Partner Thorsten Nufer setzen auf Klassiker. © Foto: Ferdinando Iannone
Stuttgart / Rainer Lang 12.07.2018

Kulinarisch ist er längst zum waschechten Schwaben geworden. Schließlich hat Dawit Tewolde in einem schwäbischen Restaurant Kochen gelernt und weiß seither die Vielfalt der regionalen Küche zu schätzen. Seine Ausbildung hat der 27-Jährige im Gasthaus Grünewald in Stuttgart-Feuerbach gemacht. Der aus dem ostafrikanischen Eritrea stammende Koch ist hier nun selbst zum Chef geworden. Gemeinsam mit dem Koch Thorsten Nufer, der sogar  Erfahrung aus der Sterneküche mitbringt,  hat er die inmitten von Kleingärten gelegene Wirtschaft der Gartenfreunde Feuerbach gepachtet und Ende Juni wieder eröffnet.

Vom Mechatroniker zum Koch

Vor etwa 14 Jahren ist Dawit Tewolde nach Deutschland gekommen. Hier hat er die mittlere Reife gemacht und eine Ausbildung zum Mechatroniker begonnen. Als er schließlich feststellte, dass dies nicht sein Ding ist, hat er sich für eine Lehre als Koch entschieden und seine Entscheidung bis heute nicht bereut. „Das Kochen habe ich viel interessanter gefunden. Und es hat mir viel mehr Spaß gemacht“, betont er. Bei schönem Wetter ist die Terrasse des Gasthauses, die rund 120 Gästen Platz bietet, gerammelt voll. Für Kinder ist ein kleiner Spielplatz vorhanden. Derzeit bereitet sich Tewolde mit seinem Team auf das jährliche Göckelesfest vor, das die Gartenfreunde am letzten Juliwochenende veranstalten.

Wenn er einmal eritreisch kochen will,  macht er das zu Hause. „Meine Gäste sind die schwäbische Küche gewohnt“, sagt Tewolde, der in Korntal im Kreis Ludwigsburg lebt. Und sie schätzen es, dass der Koch dabei viel Wert auf Qualität legt. „Auch unsere Maultaschen und  Saucen machen wir selber“, betont Tewolde.  Auf der Speisekarte steht typisch Schwäbisches wie saure Nierle mit Bratkartoffeln (12,90 Euro) oder der Zwiebelrostbraten mit hausgemachten Spätzle (18,90).  Der Mittagstisch liegt bei 8,50 Euro. Tewolde freut sich, dass ihm die bisherigen Stammgäste treu geblieben sind.  Seinen Geschäftspartner Thorsten Nufer  hat er im Gasthaus Grünewald kennengelernt. Von dessen Bruder haben die beiden schließlich das Lokal übernommen. Der 28-Jährige Nufer betreibt in Ditzingen bereits das Restaurant „Zum alten Holzwichtel“ mit gutbürgerlicher Küche.

Zum Gasthaus Grünewald zweigt eine schmale Straße  von der Feuerbacher-Tal-Straße ab. Die Zufahrt ist für Gäste frei. Wer den etwas steilen Anstieg nicht scheut, erreicht das Lokal vom Parkplatz an der Hauptstraße in wenigen Minuten auch zu Fuß. Das Restaurant liegt auf halber Höhe zwischen dem Tal und dem weiter oben gelegenen noblen Villenviertel.

Info www.facebook.com/Gasthaus.Gruenewald/

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