Gastro-Tipp In der früheren Metzgerei wird vegan gekocht

Gabriela Letzing leitet den Imbiss in der Heugasse.
Gabriela Letzing leitet den Imbiss in der Heugasse. © Foto: Rainer Lang
Esslingen / Dominique Leibbrand 15.11.2018

„Guter Geschmack braucht keine tierischen Produkte“, lautet heute das Motto dort, wo sich früher alles ums Fleisch drehte. In der Heugasse mitten in der Esslinger Altstadt wird in einer ehemaligen Metzgerei vegan gekocht. „Gesundes, schnelles Essen mit hochwertigen frischen, saisonalen und möglichst regionalen Zutaten“ als Mittagstisch anzubieten, dies hat sich Gabriela Letzing in ihrem neuen Imbiss „Delicantina“ auf die Fahnen geschrieben. Deshalb wechselte die Kommunikationsdesignerin vom Schreibtisch an den Herd.

Der 52-Jährigen liegt daran, die vom Vorgängerlokal „Marples“ in der Heugasse etablierte vegane Küche weiterzuführen. Das ist gar nicht so einfach gewesen. Vor allem hat die frischgebackene Gastronomin gemerkt, dass es schwer ist, alles allein zu schultern. Inzwischen ist – vorerst für ein Praktikum – Christine Wentzel mit im Boot. Die ausgebildete Erzieherin ist ebenfalls überzeugte Veganerin.

Im ersten halben Jahr hat Gabriela Letzing noch am Konzept gefeilt. Ihr Mann hat ihr dabei geholfen, das Lokal mit rund 25 Plätzen mit viel Holz auszustatten. Gut passt in dieses Ambiente die von den Vorgängern übernommene Naturholztheke. Auf einer großen Tafel ist das Speisenangebot grafisch ansprechend dargestellt.

Abends bietet Letzing für Gruppen auch Catering sowie Kochkurse an und vermietet den Raum an Feiernde. Tagsüber gibt es immer belegte Bagels. Der Fokus liegt jedoch auf dem Mittagstisch. Weil es da schnell gehen soll, können sich die Gäste bei der Tagessuppe (4.90 Euro), beim Salat und Nachtisch (je 2.90) selbst bedienen. Die „bunte Schüssel“ (7.90) als Hauptgericht wird frisch zubereitet.

Zu den Komponenten der „Bowls“ gehört vor allem Gemüse, dazu kommen Hülsenfrüchte, Getreide, Soße und Kräuter als Topping sowie ab und zu Fleischersatz wie Soja oder Seitan. Die Gerichte gibt es auch zum Mitnehmen, und zwar in wieder verwendbaren Pfandbehältern. Mit Nachdruck setzt Letzing auf Nachhaltigkeit. Deshalb legt sie viel Wert darauf, vor allem regionale Zutaten vom Markt zu verwenden und möglichst wenig Exotisches, wie Avocado. Nicht missen möchte sie jedoch orientalische Gewürze.

Sie weiß, dass gesundes Kochen Zeit kostet. Die Freude daran will die Gastgeberin in ihren Kochkursen vermitteln. „Die Gäste sind total interessiert“, sagt sie. Dort lernt man zum Beispiel, dass gemahlene Cashew-Kerne sich wegen ihrer cremigen Konsistenz statt Sahne als Basis für Soßen eignen. 

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