Zulassungen Immer weniger Diesel

Die Stadt soll rasch ihre Busflotte modernisieren, fordert die KfZ-Innung.
Die Stadt soll rasch ihre Busflotte modernisieren, fordert die KfZ-Innung. © Foto: Daniel Grupp
Stuttgart / dgr 19.06.2018

„Wieder ein Monat ohne konkrete Aussagen in Sachen Fahrverbote und Dieselnachrüstung hat vor allem den Diesel zugesetzt“, reagiert Torsten Treiber, Obermeister der Kraftfahrzeuginnung in der Region Stuttgart. auf die aktuellen Zulassungszahlen für den Monat Mai. Er stellt fest, dass die „Dieselnachfrage jetzt deutlich gesunken“ sei. Im Mai wurden in Stuttgart 5307 Fahrzeuge neu zugelassen. Das sind etwa 100 weniger als vor einem Jahr, aber 500 mehr als im April. In der Region ist der Rückgang um 4,5 Prozent bei den Neuzulassungen gegenüber dem Mai 2017 geringer als im Bund, wo laut Innung ein Minus von 5,8 Prozent zu verzeichnen ist. Die Zahl der Benziner ist sogar gestiegen.

In Stuttgart wurden rund 22 Prozent weniger neue Diesel zugelassen, die Umschreibungen gingen gegenüber Mai 2017 um  17,5 Prozent zurück. Insgesamt verschwanden fast 7800 Diesel aus dem Bestand, der jetzt nur noch bei 100 000 Fahrzeugen liege. In der Region, wo es noch 519 000 Diesel gibt, lag der Rückgang bei 14 800 Fahrzeugen.

Die Folgen der neuen Zusammensetzung der Fahrzeugflotte zeigt sich aus Sicht der Innung an der Luftbelastung. Treiber weist darauf hin, dass die Stickoxidbelastung  „kontinuierlich“ sinke. „Ganz ohne Fahrverbote.“ Modelle, die mehr Schadstoffe ausstoßen, würden durch modernere Autos ersetzt, betont Innungsgeschäftsführer Christian Reher: „Die Flottenerneuerung ist weiterhin voll im Gange.

Die KfZ-Innung fordert ein Förderprogramm des Bundes für eine freiwillige Dieselnachrüstung. Fahrverbote hält Obermeister Treiber  für „überflüssig“. Das Ziel sei mit einer Flottenerneuerung zu erreichen, „wenn auch andere Emittenten ihren Teil beitragen“. Die Innungsvertreter meinen damit den Fahrzeugpark des öffentlichen Nahverkehrs. Wenn von 262 Bussen der Stuttgarter Straßenbahnen AG nur zwölf Prozent saubere Motoren hätten, „dann ist das zu wenig in einer Situation, bei der die Frage Fahrverbote oder nicht an jedem Mikrogramm hängt.“ Die Stadt müsse mit gutem  Beispiel voran gehen.  

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