Forschung Ideen für den Außenposten der Menschen

Die künftige Station soll zum Schutz gegen Strahlen mit Mondstaub bedeckt werden.
Die künftige Station soll zum Schutz gegen Strahlen mit Mondstaub bedeckt werden. © Foto: Grafik: Johannes Rinderknecht, Uni Stuttgart
Stuttgart / Jürgen Schmidt 31.07.2018

Aufblasbare Behausungen am Südpol des Mondes, die einem Donut nicht unähnlich sind. So könnte der nächste Außenposten der Menschheit aussehen, wenn im nächsten Jahrzehnt die Internationale Raumstation ISS außer Dienst gestellt wird. Entwickelt haben Design und Konzept für die Mondstation 40 Studenten und junge Hochschulabsolventen aus 17 Ländern bei einem Workshop am Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Uni Stuttgart.

Wo die Station entstehen und dass sie 2030 in Betrieb gehen soll, hatten die Forscher zu Beginn des einwöchigen Workshops vorgeben bekommen, erläutert Reinhold Ewald, Professor für Astronautik und Raumstationen am IRS. Wie sie das umsetzen, vom Material für die Behausungen, über die Ausstattung bis zum Transport war den beiden Arbeitsgruppe selbst überlassen. Mit den jährlichen Workshops will das IRS Denkanstöße für die Raumfahrt liefern. Die Studenten dächten oft noch nicht in den eingefahrenen Bahnen, wie Wissenschaftler in den Raumfahrtagenturen, meint Ewald, der als Astronaut 1997 auf der russischen Raumstation MIR war.

So hätten die jungen Leute in ihren Konzepten Raumflüge über den Mond hinaus viel stärker berücksichtigt, als dies in den Raumfahrtagenturen üblich sei, so Ewald. Die Mondstationen sollen neben Forschungsaufgaben auch als Trainingscamp und Zwischenstopp für Flüge zum Mars genutzt werden, schlagen beide Gruppen vor.

Die Materialien, die die Studenten für Unterkünfte und Arbeitsräume auf dem Mond verwenden würden, sind aber für Raumfahrtingenieure durchaus üblich: Folien mit verschiedenen Beschichtungen, wie etwa Kevlar, um Isolierung, UV-Schutz und andere Funktionen zu gewährleisten. Zum weiteren Schutz der Behausungen sollen diese mit Mondstaub abgedeckt  werden. Für den Transport sollen zum Teil schon existierende Raketen und Raumkapseln dienen. Für die Mondlandung müssten neue Raumschiffe entwickelt werden.

Im Workshop ging es auch um die Kosten. Knapp 200 Milliarden Euro würden Realisierung und Betrieb der mit drei bis vier Astronauten ständig besetzen Station kosten, haben beide Gruppen ermittelt.

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