Jagdanlage Hoffnung für Kulturdenkmal im Schönbuch

Monika Etspüler 17.02.2017
Die Stadt Böblingen übernimmt die Trägerschaft für bedrohtes Kulturdenkmal im Schönbuch.

Die Stadt Böblingen hat nach einem Beschluss des Gemeinderats die Trägerschaft für die ehemaligen Pirschgänge übernommen. Dieses Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung im Schönbuch droht zu verfallen. Von der Übernahme der Trägerschaft erhofft sich die Stadt, dass Fördermittel für die Konservierung des Relikts fürstlicher Jagdkultur fließen.

Die Anlage stammt aus dem Jahr 1737 und verfügte einst über ein System von überdeckten Laufgängen  mit 635 Meter Länge. Über diese Gänge schlichen sich die Jäger unbemerkt an das Wild an. Von den Laufgängen sind nur noch 105 Meter ganz oder teilweise erhalten, der Rest ist verfallen. Ein ähnliches Röhrensystem gibt es nur noch in Thüringen.

Der Pirschgang befindet sich auf dem abgesperrten Übungsgelände der  in Böblingen stationierten US-Streitkräfte. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben  (Bima) als Eigentümerin des Grundstücks war bisher trotz aller Appelle von Denkmalschützern und Verbänden nicht bereit, etwas zu unternehmen, um den Verfall der Anlage aufzuhalten. Die Stadt Böblingen erhofft sich von der Übernahme der Trägerschaft die Finanzierung des Vorhabens. Die Arbeiten ausführen soll das staatliche  Amt für Vermögen und Bau im Auftrag der Bima. Im März will die Stadt deswegen Gespräche mit den Vertretern der Bima führen. Über eine mögliche Beteiligung der Stadt an den Kosten müsste der Gemeinderat noch entscheiden.