Strafe Gotthard-Raser muss Strafe in Deutschland absitzen

Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat entschieden: Der Gotthard-Raser muss doch ins Gefängnis.
Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat entschieden: Der Gotthard-Raser muss doch ins Gefängnis. © Foto: Franziska Kraufmann
Stuttgart / dpa 26.04.2018
Der deutsche Autofahrer, der mit Tempo 200 über eine schweizer Autobahn gerast ist, muss doch ins Gefängnis.

Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) hat entschieden, dass ein in der Schweiz verurteilter Raser seine Haftstrafe in Deutschland absitzen muss. Die Vollstreckung des Urteils gegen den deutschen Staatsbürger sei zulässig, teilte das OLG am Mittwoch mit. Der heute 43-Jährige überholte im Jahr 2014 mehrmals mit viel zu hoher Geschwindigkeit im Gotthard-Tunnel. Bei einer Verfolgungsfahrt mit der Polizei fuhr der Mann anschließend mit bis zu 200 Stundenkilometern.

Der Raser wurde deshalb in Abwesenheit von einem schweizerischen Gericht wegen „Gefährdung des Lebens und wiederholter grober qualifizierter Verletzung der Verkehrsregeln“ zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Davon hätte er zwölf Monate verbüßen sollen.

Da der Verurteilte in Ludwigsburg wohnt, stellte das Schweizerische Bundesamt für Justiz bei den deutschen Behörden den Antrag, dass diese die Strafe gegen den Mann vollstrecken. Das hatte das Landgericht Stuttgart im März zunächst abgelehnt, da das Verhalten des Autofahrers in Deutschland nur als Ordnungswidrigkeit zu werten sei.

Das Oberlandesgericht hob diesen Beschluss nun auf. Das Strafmaß könne zwar möglicherweise als hart angesehen werden, aber nicht als unerträglich. Die Entscheidung des OLG ist rechtskräftig.

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