Sommerfest Glanzlicht in der City

Das Fest im Zentrum der Stadt steht im Zeichen von Musik und Genuss.
Das Fest im Zentrum der Stadt steht im Zeichen von Musik und Genuss. © Foto: Martin Lorenz
Stuttgart / Von Rainer Lang 01.08.2018

Das gute Wetter hat Stuttgart einen Veranstaltungssommer wie noch nie beschert. „Ob Sommerfest der Kulturen, Lichterfest, Jazz Open oder große Konzerte auf dem Wasen, jede Veranstaltung ist erfolgreich gewesen“, freut sich Andreas Kroll. „Irgendwie haben wir es in diesem Jahr mit dem Wettergott“, sinnierte der Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart gestern bei der Präsentation des Programms des 28. Sommerfestes, welches vom 2. bis 5. August stattfindet. Das Fest ist sozusagen das Sahnehäubchen obendrauf. Angesichts der guten Wetteraussichten rechnet Kroll wieder mit etwa einer halben Million Besuchern, die sich zwischen den weißen Zelten vor dem Neuen Schloss, Kunstmuseum, Oper und rund um den Eckensee tummeln werden.

„Mit seiner stilvollen Atmosphäre ist das Stuttgarter Sommerfest sicher eines der schönsten Stadtfeste Deutschlands“, fügte Kroll hinzu. Auch Abteilungsleiter Marcus Christen ist guter Dinge, dass dieses Jahr erfolgreich verläuft. Er wies darauf hin, dass das Sommerfest die einzige Veranstaltung in Stuttgart ist, bei der am Freitag und Samstag bis ein Uhr nachts Musik gemacht werden darf und die Gastronomie bis zwei Uhr geöffnet hat. Auf vier Bühnen bieten 25 Bands und Live-Musiker mehr als 100 Stunden Musik, von Lokalmatadoren, wie der Schlagerrevue-Band „Wirtschaftswunder“ oder dem Stuttgarter Operettenensemble bis zu Newcomern wie dem Salsa-Orchester „Caballo Negro“.

Neben der Musik zeichnet das Sommerfest das gehobene kulinarische Angebot von rund 30 Gastronomen aus. Dazu zählen Steaks genauso wie Meeresfrüchte und italienische Teigtaschen sowie die Weine von Winzern aus Stuttgart und der Region. Gastronomen der ersten Stunde sind die Familie Looß, Conny Weitmann und das Hotel Europe. Aber die Veranstalter setzen auch auf den Wechsel, damit das Fest zeitgemäß bleibt. Verstärkt beteiligen sich neuerdings auch Gastronomen aus der Region, wie das „Bootshaus Böblingen“ sowie das „Dolce Forno“ aus Tübingen, die neben dem „Tower 66 Steakhouse“ ihren Einstand geben.

Im Jahr 2003 sei selbst nachts um halb zwei kaum ein Durchkommen gewesen, erinnert sich Bernhard Schwarz, Geschäftsführer von Dinkelacker-Schwaben Bräu. Die Stuttgarter Brauerei gehört als Hauptsponsor zu den Partnern des Festes und hat jetzt den Sponsoring-Vertrag um drei Jahre verlängert. Das dazugehörige Leistungspaket beinhaltet neben finanzieller Unterstützung vor allem die Bereitstellung von Equipment sowie die Sicherstellung der Versorgung mit Bier. Das wird an etwa drei Dutzend Zapfstellen ausgeschenkt. Es sei eine technische Herausforderung, das Bier auf acht Grad zu kühlen, erläutert Schwarz.

Höhepunkte bietet Dinkelacker mit dem Heißluftballon und erstmals mit der „Brauwerkstatt“. An der Schanktheke werden laut Schwarz  besondere Biere, die in der Brauerei abseits des herkömmlichen Sortiments in kleiner Auflage entstehen, ausgeschenkt, dazu zählen das fruchtige „Hopfenwunder“ und ein naturtrübes alkoholfreies Kellerbier.

Seit fünf Jahren ist Mercedes-Benz ein Sponsor. „Das Sommerfest bietet die ideale Plattform, um uns im Herzen der Stadt zu präsentieren“, betont Manfred Hommel. Als Schwerpunkte nannte der Vertriebsdirektor für Pkw die „Elektromobilität mit der Marke Smart“,  sowie die Digitalisierung, deren Fortschritte demonstriert werden.

Für Andreas Kroll ist das Sommerfest ohne Sponsoren nicht denkbar. Die Veranstaltung müsse ohne Zuschüsse auskommen, betont er. Die Kosten für das Fest belaufen sich nach seinen Angaben auf mehr als 500 000 Euro. „Die Bühnen stehen nicht von selbst da“, meint der Geschäftsführer. Er ist überzeugt, dass sich der Aufwand angesichts des einzigartigen Ambientes jedes Jahr aufs Neue lohnt, wenn die „Wohlfühloase“ mitten in Stuttgart für „Sommerfeeling“ sorgt.

Infokasten
Aufwendiger Aufbau

Das Fest im Zentrum der Stadt ist eine stetige Erfolgsgeschichte. Es wurde 1991 aus der Taufe gehoben worden und war damals gedacht als einmaliges Event zum Abschluss der Rad-WM. Doch der Andrang war so groß, dass die Veranstalter daraus eine Dauereinrichtung machten. Das Wetter hat auch schon für Tiefpunkte gesorgt. So sei es 2005 extrem kalt und regnerisch gewesen.

Das Gelände, das nicht für Veranstaltungen gedacht ist, sei eine besondere Herausforderung, erläutert Andreas Kroll von in.Stuttgart. Allein der Aufbau sei „ein unglaublicher Aufwand“. Es sei nicht einfach bei hohen Temperaturen die Kühlketten zu sichern. lan

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