Der Filialleiter des Damfastore Stuttgart, Detlef Schmidt, ist seit Jahren leidenschaftlicher Dampfer. Er kennt sich in der Szene gut aus und hat in der Beratung die Ruhe weg. Als hartgesottenen Raucher halfen ihm weder Nikotinpflaster noch Sport, um vom Tabakrauchen loszukommen.

Die nikotinhaltige E-Zigarette brachte ihn schließlich vom traditionellen Glimmstengel weg. "Beim Dampfen entstehen weniger Giftstoffe als beim Verbrennen von Tabak. So entfällt beispielsweise der Teer", ist Schmidt überzeugt. Für diese Behauptung gibt es auch von Seiten einiger Experten Zustimmung. "Verschiedene Wissenschaftler konstatieren, dass der Dampf von E-Zigaretten deutlich geringer toxisch ist als der normale Tabakrauch", sagt Dr. Benedikt Bloching, leitender Oberarzt für Suchtmedizin am Klinikum Stuttgart.

"In der Regel ist die Kundschaft im Damfastore zwischen 25 und 45 Jahre alt, zu 70 Prozent männlich und offen für Neues", meint Schmidt und zeigt einige Modelle von E-Zigaretten. Das Starter-Pack sieht wie ein Schreibset aus. Für junge Frauen findet man im Damfastore ein rosarotes Modell in Lippenstiftform. Exklusiv wird es mit der E-Zigarette aus schwarzem Panzerstahl. Bei den Aromen sei eine Mischung aus Granatapfel und Heidelbeer derzeit der Verkaufsrenner.

Doch die Geschmacksstoffe mit kuriosen Varianten wie Kaffee oder Pizza sollen nicht immer harmlos sein. "Viele Aromen wurden nicht beim Inhalationsvorgang getestet, und wenn, nur an Lebensmitteln", sagt Bloching. Insbesondere die Trägersubstanzen der Liquids wie Propylenglykol werden von Gesundheitsexperten kritisch gesehen. Letzteres reize die Atemwege und könne auch das krebserzeugende Formaldehyd freisetzen. "Die Formaldehydkonzentration ist bei E-Zigaretten wohl nicht hoch, jedoch bleibt unklar, ob sie bei chronischen Rauchern nicht doch bedeutsam werden kann", so Bloching.

Bei der Beurteilung der E-Zigarette käme es auch auf den Blickwinkel an, so der Mediziner. Je nachdem, ob man sich an der Abstinenz oder der Schadensminderung orientiere. Gerade bei Hochrisikogruppen könne die E-Zigarette Rauchererkrankungen abschwächen oder eine Hilfe bei der Tabakentwöhnung sein.

Nicht zuletzt auch darum, weil das Suchtmittel Nikotin beim Dampfen weniger schnell vom Körper aufgenommen wird. "Es gibt Dampfer, die scheiden das Nikotin aus. Wir haben Liquids mit unterschiedlichem Nikotingehalt oder ohne Nikotin", sagt Schmidt.