14 Monate tüftelte Rainer Brang, bevor der erste Hörbert „vom Band“ ging. „Das war vor knapp sieben Jahren“, erinnert sich der Familienvater. Seitdem haben der Schwabe und sein inzwischen 17-köpfiges Team knapp 10.000 Exemplare des Holzplayers in der Größe eines Kinderschuhkartons verkauft. 2017 sollen schon 15.000 Stück vom Werktisch gehen. Für die Entwicklung des „Hörberts“ kürte die Kreditanstalt für Wiederaufbau  zum baden-württembergischen Gründerchampion. Optisch ist der Musikspieler eine Mischung aus Kofferradio und Kinderspielzeug. Design und Ausstattung sind minimalistisch gehalten. Neun bunte Tasten auf der Vorderseite steuern jeweils eine Playlist.

Den Sitz seines Unternehmens Winzki in Frickenhausen bei Nürtingen (Kreis Esslingen) hat Brang bewusst gewählt. „Im Süden sitzen Lieferanten, Händler und Kunden, die uns mit Herzblut unterstützen“, sagt der Inhaber. Drei Viertel der Bauteile kommen aus Deutschland, viele aus Baden-Württemberg und Bayern. So liefert ein Frickenhäuser Unternehmen weichmacherfreie Kabel. Das Holzgehäuse schreinert ein Betrieb aus dem Neckartal. Die Platine kommt aus dem bayerischen Wald, und die Edelstahl-Gitter fertigt ein Metallbauer in Mecklenburg-Vorpommern. Die bunten Tasten findet Brang bei einem Automobilzulieferer in Dänemark. Nur den Lautsprecher fertigt Visaton in Asien.

Der Player im Kofferradio-Design steht für einen gesellschaftlichen Wertewandel. „Statt an schnellem Konsum für kleines Geld sind Hörbert-Käufer und -Verschenker an langer Lebensdauer und Umweltschutz interessiert“, weiß Diana Marks, Inhaberin des Kinderbedarfshops Motchis in Stuttgart. Dafür bezahlen sie einen zehnfach höheren Preis. Billige Geräte aus Plastik sind im Internet für 20 Euro zu haben.

Den Hauptkundenstamm bilden junge Väter und Mütter, die Wert auf Natürlichkeit legen. Dazu gehört auch Familie Schmid aus Stuttgart. Vater Markus hat die Musikkiste für seine Töchter bestellt. Sein Grund: „Der Player ist robust.“ Stürze und Stöße steckt das Klangwunder mühelos weg.