Das Forum der Kulturen (FdK) Stuttgart wurde 1998 als Dachverband der Migrantenvereine und interkulturellen Einrichtungen von 20 Clubs gegründet. Heute sind rund 130 Migrantenvereine Mitglieder. Es geht um die Stärkung und Förderung, den Dialog, um kulturelle Vielfalt und Partizipation. Immerhin: „Mehr als 50 Prozent der jungen Leute in Stuttgart haben einen Migrationshintergrund“, so Rolf Graser, der FdK-Geschäftsführer.

Im 21. Jahr kocht der laut Graser größte und älteste deutsche Dachverband seiner Art mehr als ein Stuttgarter Süppchen. Das FdK will sein Engagement auf Landesebene ausweiten. Die Expertise in Sachen Integrationskonzepte und Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen sei gefragt, „weil es nichts Vergleichbares gibt“. Es gebe Anfragen aus dem ganzen Land, so Graser. Die Wanderausstellung „An(ge)kommen“ samt Dialog zum Thema Flucht soll zwischen März und Juni in Giengen, Schwäbisch Hall, Fellbach, Calw und Göppingen gastieren. Das Förderkonzept „House of Resources“, das Vereinen nicht pauschal, sondern anlassbezogen und unbürokratisch Mittel zur Verfügung stellt, habe sogar das Interesse des Bundesinnenministeriums geweckt.

Viel Vermittlungsarbeit läuft über die Kunst. Die bekannteste Veranstaltung ist das Sommerfestival der Kulturen auf dem Marktplatz. 2018 feierten 15 000 Menschen mit – täglich. Die interkulturelle Sause findet vom 16. bis 21. Juli ebenso wieder statt wie das Theaterfestival „Made in Germany“  vom 13. bis 17. November, das alle zwei Jahre Produktionen nach Stuttgart holt. Beliebt sind auch die Jamsessions der Ziryab-Akademie für Weltmusik.

2019 stellt sich der Dachverband neuen Herausforderungen. So will das FdK seine Seniorenarbeit intensivieren und Migranten unterstützen. „Viele Vereine machen was, aber es ist nicht strukturiert“, erklärt Graser. Das größte Konfliktfeld sieht das FdK aber außerhalb der Zuwanderergruppen: „Man merkt, dass die Offenheit der Gesellschaft nachlässt.“ Das Team schreibt sich daher den Kampf gegen Rassismus auf die Fahnen. Am 22. Februar feiert das Stück „Stehen geblieben?!“ Premiere. Es setzt sich mit dem Rechtsruck in Europa auseinander.