Auch in der neuen Woche müssen sich Reisende wegen des Warnstreiks beim Sicherheitspersonal auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. Mindestens 220.000 Passagiere sind laut  Flughafenverband ADV von den geplanten Arbeitsniederlegungen betroffen. Neben Deutschlands größtem Airport Frankfurt am  Main wurden für Dienstag auch Warnstreiks für Hamburg, München, Hannover, Bremen, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt angekündigt.

Auswirkungen auf andere Flughäfen

Auch auf den Stuttgarter Flughafen hat das Auswirkungen. Wie dieser bereits am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gab, sind Verbindungen von Stuttgart zu den bestreikten Flughäfen beeinträchtigt. Die Fluggesellschaften haben daher vorsorglich 40 Flüge zu den betroffenen Zielen gestrichen.

Dabei ist es geblieben, ansonsten läuft der Betrieb störungsfrei, sagt Beate Schleicher, stellvertretende Pressesprecherin des Flughafen Stuttgarts am Dienstagvormittag. Trotzdem hoffe man auf ein baldiges Ende des Streiks.

Am vergangenen Donnerstag hatte bereits das Sicherheitspersonal am Flughafen Stuttgart seine Arbeit niedergelegt, fast die Hälfte der Flüge musste gestrichen werden.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, werde innerhalb der Belegschaft am Stuttgart Flughafen zu einem erneuten Warnstreik am kommenden Freitag gemutmaßt. Dazu liegt dem Flughafenbetreiber derzeit keine Informationen vor, sagt die Sprecherin des Stuttgarter Flughafens.

Scharfe Kritik an den Streikenden

Die Deutsche Luftverkehrswirtschaft und die Flughäfen warfen der Gewerkschaftsseite Rücksichtslosigkeit zulasten der Passagiere vor. „Das ist kein Warnstreik mehr, das ist völlig unverhältnismäßig“, so Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Anlass des Ausstands ist der laufende Tarifkonflikt. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 23 000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen eine einheitliche Bezahlung. Verdi verlangt brutto 20 Euro pro Stunde, der DBB fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt.

Der erneute Streikaufruf sei notwendig geworden, weil der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) „weder auf das starke Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am vergangenen Montag noch auf die Warnstreiks in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart am vergangenen Donnerstag mit einem verhandlungsfähigen Angebot reagiert“ habe, sagte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. DBB-Verhandlungsführer Volker Geyer kommentierte: „Die Arbeitgeber lassen uns mit ihrer Blockadehaltung leider keine andere Wahl.“

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