Entwicklung Filderstudie prognostiziert Bauboom

Stuttgart / Melissa Seitz 07.02.2019

Mit der Messe und dem Flughafen ist die Filderebene zu einer Mobilitätsdrehscheibe geworden. Firmen drängen auf die Fildern, Wohnungen werden knapp und die Straßen rund um den Airport sind immer voll. Das Areal hat Potenzial – wie viel, soll die sogenannten Filderstudie zeigen.

„Sie gibt einen Überblick darüber, was für Entwicklungen kommen könnten“, sagt Baubürgermeister Peter Pätzold bei der Vorstellung der Studie im Ausschuss für Umwelt und Technik. Eins wird beim Durchlesen der Unterlagen deutlich: Im Filderraum könnte es zu einem Bauboom kommen. Es ist von Gewerbeausbau die Rede, von ÖPNV-
Angeboten und Nahverdichtung.

Man müsse die Infrastruktur nutzen, findet Carl-Christian Vetter (CDU). Er könne sich vorstellen, dass das Gelände zu einer Airport-City werde. Bei dieser Aussage stehen Beate Schiener (Grüne) die Haare zu Berge. Ihr sei zwar bewusst, dass man sich im Moment in einer Spirale befinde und mit der Entwicklung des Flughafens, der Messe und des Gewerbes mitgehen müsse. Doch ihrer Meinung nach soll man dabei auch an die Landschaft denken. „Wir haben dort die besten Filderböden. Wir sind gegen eine Versiegelung“, sagt Schiener.

Laut Christoph Ozasek (SÖS Linke Plus) widmet die Filderstudie dem Bodenschutz wenig Aufmerksamkeit. Auf dem Areal drohe ein weiterer Wachstumsschub – was Gewerbe angeht, aber auch den Wohnungsbau. Diese Entwicklung ziehe einen Verkehrsstrom mit sich. Dabei sollte die Stadt laut Ozasek genau diesen vermeiden.

Jürgen Zeeb (Freie Wähler – Die Stuttgarter) spricht sich ganz deutlich für eine gewerbliche Weiterentwicklung aus. „Schließlich befinden sich dort Gewerbesteuerzahler“, sagt er. Er hält es für sinnvoller, auf dem Filderareal zu bauen, als eine freie Fläche in Stuttgart zu suchen. „Wir sollten lieber das Drehkreuz ausbauen. Man muss sich doch fragen: Will man Wohlstand erhalten oder Böden?“ Für ihn kommt nur die erste Variante in Frage.

Entschieden ist noch nichts. Das macht Pätzold deutlich: „Das ist noch kein fertiger Plan, sondern nur eine Gesamtbetrachtung.“ Die Filderstudie soll jetzt in den einzelnen Kommunen diskutiert werden.

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