Feuerwerk Feurige Blüten und wiegende Palmen

Ein Meister der Pyrotechnik aus Hawaii: Donald Pascual mit den Plänen für sein Feuerwerk, das Samstagnacht in Ostfildern zu sehen war
Ein Meister der Pyrotechnik aus Hawaii: Donald Pascual mit den Plänen für sein Feuerwerk, das Samstagnacht in Ostfildern zu sehen war © Foto: Barbara Wollny
Ostfildern / Barbara Wollny 27.08.2018

„Aloha“ grüßt man sich in Hawaii. Es steht für „Willkommen“„ Alles Gute“ und auch „Liebe“. Alle diese positiven Gedanken sollten die Zuschauer im Feuerwerk des Hawaiianers Donald Pascual miterleben und mitfühlen können. Es erhellte Samstagabend beim Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ den Nachthimmel über dem Scharnhauser Park.

Die große freie Hochfläche ist ideal für das Abspielen von Feuerwerk und war die ganzen Festivaltage lang wieder gut mit Besuchern gefüllt „Wir haben ein Stammpublikum, das jedes Jahr kommt, selbst wenn es wie in den letzten Tagen kühl ist oder regnet“, sagt Elke Cosmo vom Veranstalter MPS. So pilgerten auch die vergangenen drei Tage wieder annähernd 50 000 Zuschauer nach Ostfildern.

Funken- und Sternenregen

Am Freitagabend hatten Ukrainer ihr Feuerwerk gezeigt, gestern Abend ein koreanisches Team. „Wir suchen das ganze Jahr über nach interessanten Choreographien und laden dann jeweils drei Gruppen nach Deutschland ein“, erklärt Ulrich Frick, der zusammen mit Joachim Berner die Firma Innovative Pyrotechnik in Ehningen führt.

Frick und neun seiner Mitarbeiter waren jeweils ab acht Uhr morgens auf dem Platz, um nach den Plänen der eingeladenen Feuerwerkskünstler die „Artikel“ auszulegen. Das sind jeweils mit Schwarz-,  Spreng- und Farbpulver gefüllte Behälter. Ein einzelner Artikel kann dabei weit über 100 Einzelschüsse enthalten.

In zwei langen Reihen wurden für die hawaiianische Feuershow vorne 740 Artikel, hinten 1240 Effekte wie Kometen, Feuertöpfe und Bomben aufgebaut. Sie waren in 40 Zentimeter langen Rohren versenkt oder lagen gut verpackt in Pappkartons, aus denen sie als kleine Punkte brennend hochfliegen und beim Explodieren hoch oben ihren Funken- oder Sternenregen ausschütten.

Anders als die Sylvester-Raketen aus dem Supermarkt, die über einen eigenen Antrieb verfügen, würden professionelle Feuerwerke mittels Schwarzpulver in die Luft gejagt, erklärt Frick. Alle einzelnen Artikel sind miteinander verkabelt und werden von einem Computersystem aus gesteuert.

Ist das fehleranfällig? „Nur Gott ist unfehlbar“, ist sich der Hawaiianer Pascual sicher, der seine Laufbahn als Sprengmeister begonnen hat, dann zur Pyrotechnik übergewechselte und jährlich in Hawaii über 200 Feuerwerke in den Himmel schickt. Die Technik sei hochprofessionell, Fehler kämen so gut wie nie vor. Auch am Samstag in Scharnhausen klappte alles bestens. Zu den Klängen von „Over the Rainbow“ fielen feurige Blütenregen auf die Erde und wiegten sich Palmen am Himmel. 15  Minuten Hawaii in Ostfildern.

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