Stuttgart 21 Feuerwehr zufrieden mit Brandschutz

Stuttgart / Daniel Grupp 09.05.2018

„Eine grundlegende Umsetzbarkeit und Machbarkeit ist gegeben“, sagte Markus Heber zum Brandschutzkonzept  im Tiefbahnhof von Stuttgart 21. Es gelte nur noch Details zu regeln, ergänzte der stellvertretende Leiter der Branddirektion Stuttgart, der im Gemeinderatsausschuss Stuttgart 21/Rosenstein den Brandschutz im künftigen Tiefbahnhof bewerten sollte. Damit gebe die Feuerwehr „Grünes Licht“, entnahm der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Alexander Kotz, Hebers Bericht. „Wir haben vernommen, so funktioniert es“, sagte Kotz. Von einer „Sicherheit, so gut wie nur möglich“, sprach Martin Körner (SPD).

Der Debatte folgten am Dienstagnachmittag viele Zuhörer, die mit Zwischenrufen ihre Ablehnung deutlich machten. Applauses erhielt indes Hannes Rockenbauch. Der Vorsitzende der Fraktion SÖS-Linke-Plus äußerte grundsätzliche Zweifel am Brandschutzkonzept. Die Bahn drücke sich davor, den Tiefbahnhof so sicher wie möglich zu machen. Die Simulation der Notfallszenarien  sei nicht realistisch. Die Zahl der Rollstuhlfahrer sei zu niedrig angesetzt. Fluchtwege seien zu schmal. Das Konzept sei nicht für den schlimmstmöglichen Fall ausgelegt.

Das Rettungskonzept ist in den vergangenen Jahren neu geplant worden. Neben dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat auch die Stuttgarter Feuerwehr die Pläne geprüft. Einst sollten sich Reisende über Fluchttreppenhäuser in der Mitte der Bahnsteige in Sicherheit bringen. Die neue Planung, der das EBA zugestimmt hat, sieht Fluchttreppen am Ende der Bahnsteige vor. Am Nordende werden Ausgänge zum Kurt-Georg-Kiesinger-Platz und am Südkopf zur Staatsgalerie führen. 

Fürs neue Fluchtkonzept wurde die Stärke des angenommenen Brandes und die Zahl der zu rettenden Fahrgäste stark erhöht, berichtete Heber. Die Studien hätten gezeigt, dass die Entrauchung der Bahnsteigenden tatsächlich gelinge. Auch ein unabhängiges Büro halte den Nachweis für erbracht: „Alle Personen können den Bahnhof sicher verlassen“, berichtete der Vizechef der Feuerwehr. Klaus-Jürgen Bieger, Brandschutzbeauftrager der Bahn, befasste sich mit der Kritik, die Fluchtkapazitäten seien zu gering: Entscheidend sei, dass die Zeit, bis die Bahnsteighalle verraucht ist, länger dauert als die Entfluchtung. Dies sei hier der Fall. 

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