Nahverkehr Fans stehen vor geschlossenen Toren

Die Haltestelle kann mit Toren abgeriegelt werden.
Die Haltestelle kann mit Toren abgeriegelt werden. © Foto: Max Kovalenko
Stuttgart.  / Daniel Grupp 03.08.2018

„Wenn die Türen aufgehen, rennen alle gleichzeitig los“, hat Benjamin Lauber an der Stadtbahnhaltestelle Stadion/Neckarpark nach Heimspielen des VfB Stuttgart beobachtet. Falls jemand stürze, drohe große Gefahr. Der Stadtrat der Grünen hat seit Jahren eine VfB-Dauerkarte und kennt die Situation. Hier enden die Stadtbahnlinien U 19, die zum Bad Cannstatter Bahnhof fährt, und die Eventlinie U9, die nur bei Großveranstaltungen verkehrt. Fußballfans, aber auch Besucher von Konzerten und anderen Veranstaltungen auf dem Wasen sowie der Schleyer-Halle und der Porsche-Arena nutzen die Haltestelle. Die Stadtbahnen stoßen an Kapazitätsgrenzen, wenn das Stadion voll ist.

Um so mehr wundert sich Lauber, dass die SSB seit Jahresbeginn die Abfertigungsprozedur verändert hat. Die Station am Stadion ist eine der wenigen SSB-Haltestellen, die mit Toren abgeriegelt werden kann. Während im vorigen Jahr die Fußballfans noch frei auf den Bahnsteig konnten, würden jetzt die Tore der Haltestelle geschlossen. Sie öffneten erst, wenn ein leerer Zug bereitstehe. Während sich früher viele Menschen auf den Bahnsteigen drängten, herrsche jetzt Chaos vor den Toren. Der Stadtrat ist davon überzeugt, dass Stadionbesucher jetzt deutlich länger warten müssen.

Lauber befürchtet, dass ungeduldige Fußballfans nach einem verlorenen Spiel aggressiv werden könnten. „Die SSB hatte Glück, dass der VfB meist gewonnen hat.“ Bald sei aber der FC Bayern Gast. Die Lage nach den Großkonzerten am vorletzten Juliwochenende hat die Grünen in ihrer Einschätzung bestätigt.

Auch die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart behält die Situation im Auge. „Der Rückstau soll sich in Grenzen halten“, sagt Pressesprecher Jörg Klopfer. Vor allem auf dem Willi-Daume-Steg dürfe das Gedränge nicht zu groß werden. Klopfer hält es für problematisch, wenn die Fußballfans gegen 19 Uhr noch da sind, während die Konzertbesucher schon zu den Hallen gehen. Zudem dient der Steg als Fluchtweg. „Die Verkehrswege müssen so weit wie möglich frei bleiben“, fordert er. Einen Grund für die geänderte Abfertigung kennt er nicht.

Bei der SSB war gestern niemand zu einer Stellungnahme bereit.

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