Freibäder Erfrischung mit viel Aufwand

In den Freibädern wie hier im „Inselbad“ in Untertürkheim herrscht derzeit Hochbetrieb. Doch bei dem heißen Wetter geraten auch die Betreiber ins Schwitzen, um für frisches und kühles Wasser in den Becken zu sorgen.
In den Freibädern wie hier im „Inselbad“ in Untertürkheim herrscht derzeit Hochbetrieb. Doch bei dem heißen Wetter geraten auch die Betreiber ins Schwitzen, um für frisches und kühles Wasser in den Becken zu sorgen. © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart / Uwe Roth 06.08.2018

Der Sprung ins kühle Nass an einem heißen Sommertag. Im Moment ist das ein Mythos – zumindest wenn man am späten Nachmittag in eines der vielen Freibadbecken in der Region hüpft. Die Wassertemperatur steigt im Stundentakt und kommt derzeit nah an die 30-Grad-Grenze. Folglich kommen die Mitarbeiter der Bäderbetreiber ganz schön ins Schwitzen, um die Becken einigermaßen kühl zu halten.

Die Stuttgarter Freibäder lassen derzeit vermehrt ihre Filter nachts mit viel Frischwasser spülen. So bleibt die Reinigungsanlage in Schuss und das Frischwasser kühlt das Wasser im Becken um bis zu fünf Grad ab. Regulär liegt die Temperatur zwischen 23 und 25 Grad Celsius. Die beiden großen Bäder in Möhringen und Vaihingen werden von der Bodenseewasserversorgung beliefert, das Killesbergbad von der Landeswasserversorgung. Die Lieferanten berechnen knapp 60 Cent für den Kubikmeter. Das Inselbad in Untertürkheim bezieht Wasser aus eigenen Quellen.

„Die Wasserkosten sind immens“, sagt Detlef Szlamma von den Stuttgarter Bäderbetrieben. Schließlich trügen die Badegäste zu einem größeren Wasserverbrauch bei, weil sie bei den Hitzetemperaturen öfter unter die Dusche gingen als sonst. In der Gesamtbilanz fielen die Mehrkosten jedoch nicht zu sehr ins Gewicht. „Der Unterdeckungsgrad eines Bades beträgt so oder so knapp 50 Prozent“, sagt Szlamma. Das Freibad Rosental in Vaihingen zählt nach Angaben der Stadt derzeit bis zu 6000 Tagesgäste. Die Karten kosten zwischen 2,70 und 4,50 Euro. Das sind geschätzte 15 000 bis 20 000 Euro Tagesumsatz.

Die Wasserqualität macht den Bäderbetrieben laut Szlamma die geringsten Sorgen. „Die Bäder sind voll, doch die Technik ist dafür ausgestattet. Sie arbeitet am Rand der Kapazität. Aber sie macht keine Probleme.“ Dreimal pro Tag werden die Hygiene-Parameter Chlorgehalt, gebundener Chlorwert, die Redoxspannung und der pH-Wert von den Mitarbeitern überprüft. „Unsere technischen Anlagen prüfen zusätzlich dauerhaft die Wasserqualität und schlagen Alarm, wenn die Werte außerhalb der Norm sind, sodass umgehend reagiert werden kann“, sagt Szlamma.

Die Stadt Sindelfingen (Kreis Böblingen) gehört mit einer Grundfläche von  3610 Quadratmetern zu den größten Freibädern der Region. Eine Sprecherin der Stadt teilt mit, dass der Bäderbetrieb die Wassertemperatur im Griff habe. Normalerweise liege diese bei 26 Grad. Dies sei an diesen heißen Tagen ebenfalls der Fall. Pro Tag und Besucher kommen 30 Liter Bodenseewasser in das Becken. Bei bis zu 5000 Badegästen an Spitzentagen sind das bis zu 150 000 Liter Frischwasser am Tag.

Trotz der Mehreinnahmen verbleibt wegen der erhöhten Betriebskosten nach Auskunft der Rathaus-Sprecherin ein zusätzliches Minus in der Kasse. Auch die Kosten für die Entsorgung des Mülls, den die Besucher hinterlassen, seien an solchen Tagen nicht unerheblich. Astrid Schulte, Sprecherin der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, sagt für das Freibad Hoheneck, auf dessen Gelände sich derzeit bis zu 3000 Gäste tummeln: „Die Temperaturen sind nicht unser Problem. Vielmehr ist es die Nutzung diverser Kosmetika. Wir weisen daher unsere Badegäste daraufhin, dass sie vor dem Baden duschen sollen.“ Im Kampf gegen die Verschmutzung werden täglich 150 Kubikmeter Badewasser mit Landeswasser ausgetauscht. So lasse sich die angepeilte Temperatur von 23 Grad einigermaßen halten.

Die beliebtesten Freibäder rund um Stuttgart

Deutschlands beliebtestes Freibad ist das Mineralfreibad Oberes Bottwartal in Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) – zumindest nach einer Google-Auswertung der Meinungen von Freibad-Besuchern, die diese auf dem  Internetportal „testberichte.de“ bewertet haben.

Weiter hinten landeten andere der Region: das Freibad Böblingen auf Platz 32, das Leobad Eltingen (Kreis Böblingen) auf Platz 72, das Freibad Hoheneck in Ludwigsburg auf Platz 83 und das Freibad Denkendorf (Kreis Esslingen) auf Platz 89. Das Filderado kam auf Platz 121, das Badezentrum Sindelfingen auf 123. Die Noten der bewerteten Freibäder lagen mit 4,7 bis 4,3 von 5 Punkten jedoch nah beieinander. uro

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