Der Stuttgarter Rathauschef hatte das gefordert, doch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Finanzminister Nils Schmid (SPD) erklärten am Dienstag, es werde vorerst keine Zuschüsse geben. Man sei aber nicht festgelegt, die Landesregierung habe weder nein noch ja gesagt, betonte der Regierungschef. Im Sommer soll die Frage geklärt werden.

Zuvor hatte sich die Landesregierung auf Eckpunkte für den Nachtragsetat 2015 geeinigt. Der Nachtragshaushalt ergänzt den laufenden Doppelhaushalt 2015/2016. Schmid sagte zu dem Jobticket, so ein "großvolumiges Vorhaben" habe in dem Nachtrag keinen Platz. Ein Rückschlag für den OB: Denn nicht nur Beschäftigte der Stadt, sondern auch Landesbeschäftigte würden mit einer Förderung vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, so seine These, was weniger Verkehr bedeuten würde. Die Landeshauptstadt nimmt selbst seit vergangenen April extra Geld in die Hand und verbilligt ihren Mitarbeitern damit die Fahrkarte im Schnitt um 27,60 Euro pro Monat. Seitdem hat sich die Zahl der Beschäftigten, die eine Jahreskarte lösen, von 4000 auf 10.183 erhöht. Die Stadt kostet dies 3,4 Millionen Euro im Jahr. Für das Land rechnet man mit Kosten von bis 30 Millionen Euro. Nach Angaben des Verkehrsministeriums fahren schon über 60.000 Landesbeschäftigte mit Bus oder Bahn zum Arbeitsplatz.