Stuttgart / INGRID SACHSENMAIER So geht es nach der Sommerpause im Friedrichsbau-Varieté weiter: Auf der Bühne lasziv und im Saal mit zuschauerfreundlichen Umbauten.

Diese „Affairs“, so heißt das neue Programm auf dem Pragstattel, haben es in sich. Mit Affairs (Angelegenheiten) hat Regisseur Ralph Sun eine Eigenproduktion geschaffen, die mit vielen lasziv-ästhetischen Momenten aufwartet. Bei „Affairs – burlesque Variations, Artistic and Comedy“  ist der Name Programm. Junge, grazile Körper bringen sich teilweise sehr spektakulär ins Gleichgewicht (etwa Mirko Köckenberger bei „Equilibre“) oder verwöhnen das Auge mit einem schönen, weiblichen Körper und elegant eingesetzten Federn. Es ist ein junges Programm, prickelnd, nicht verschnörkelt, unkompliziert und doch voller Spannung, Finesse und mit angenehmer Erotik, heiteren Szenen und natürlich akrobatischen Nummern. Wie immer ist es eine internationale Truppe, die dieses Mal unter anderem aus Paris, Mailand, Berlin und Kanada kommt.

Unter Burlesque verstand man ursprünglich eine humorvolle theatralische Darstellung mit parodierenden und grotesken Elementen. Der Name wurde vom italienischen Wort „burla“ für „Schabernack“ abgeleitet. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts nannte sich eine Gattung des US-amerikanischen Unterhaltungstheaters „Burlesque“. Sie stand dem American Vaudeville sehr nahe und  war als temporeiche Bühnenunterhaltung  in der Art eines Varietés angelegt. Dabei entkleideten sich die Künstlerinnen teilweise, aber nie vollständig. Schon das wirkte aufs Publikum erotisch. Im Friedrichsbau sind es die schönen Körper in Kombination mit edlen Kostümen. Und nachdem in der Sommerpause im Saal an den Seiten und in der hintersten Tischreihe eine Erhöhung eingebaut wurde, möglich gemacht durch Spenden, sieht man nun aus allen Blickwinkeln sehr gut auf die Künstler.

Insgesamt wirke der Saal „heimeliger“, meint Pressesprecherin Mascha Hülsewig. Auch an der Bühne selbst wurde gearbeitet. Ihr vorderer Bereich ist größer und stärker in den Saal hinein gebaut worden, sodass „mehr Interaktion möglich ist“.

Das Thema Burlesque begleitet das Varietè den gesamten September und Oktober hindurch. „Affairs“ wird vom 9. September bis 29.Oktober gezeigt, von mittwochs bis sonntags. Vom 7. bis 9. Oktober steigt das „Erste Stuttgarter Burlesque Festival“, andere Städte,  wie etwa Berlin, kennen das schon. In Stuttgart werden dazu „zwölf Wettbewerber aus aller Welt“ erwartet. Am 8. Oktober ist dann noch eine „Grand Gala“ mit speziellen Preisen für die auftretenden Nachwuchskünstler geplant.

Zu einer „Special Night“ wird am 22. Oktober bei „Gay Edition“ geladen. „Dann wird es besonders bissig und kein Blatt vor den Mund genommen“, heißt es in der Ankündigung.