Denn beim Kampf um sein Image als exaltierter Hip-Hop-Künstler, der gern seinen Joint raucht, bekam Snoop Dogg, der bürgerlich Calvin Cordozar Broadus heißt, Unterstützung.

Erstmal hatte der Musiker, der schon öfter mit der Polizei in Konflikt gekommen ist, sein Publikum zum Drogenkonsum animiert: Am Ende seines Auftritts forderte er die Fans auf, ordentlich "Gras" zu rauchen. Die Polizei hatte sich das auch schon so gedacht, war mit mehreren Dutzend Beamten im Einsatz und untersuchte die Besucher fleißig auf Drogen. Ergebnis: Bei 75 Fans wurde offenbar auch Haschisch und Marihuana gefunden.

Als dazu noch aus einem der drei Tourbusse Marihuana-Geruch drang, schritten die Polizisten zur Tat und untersuchten das Fahrzeug. Dabei setzten sie auch gleich noch einen Drogenhund ein. "Emma-Dog gegen Snoop Dogg" titelte die Boulevard-Presse. Der US-Rapper im Fadenkreuz der Stuttgarter Drogenfahnder? Was für eine Geschichte.

Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium stellt sich aber heraus, dass die Polizisten einen Bus von Mitarbeitern filzten. Auf dem Boden seien ein paar Krümel Haschisch und Marihuana gefunden worden, heißt es. Also gerade mal Anzeige gegen Unbekannt. Emma-Dog hat auch nicht mehr aufgespürt. Dass die Fans wütend waren auf ihr Idol, weil der Musiker in gerade mal 50 Minuten seine Hits herunterspulte, wird dabei zur Nebensache.

Dafür kann sich Snoop Dogg bedanken. Das Ganze hat ihm eine kostenlose Imagekampagne eingebracht. Folglich ist das nächste Konzert sicher wieder binnen 24 Stunden ausverkauft, wenn auch die Karte 50 Euro kostet. Ein paar Leckerli von Snoop Dogg hätte Emma-Dog da schon verdient.