Hochschule Ein Abendessen nach Pariser Vorbild

Ganz in weiß bereiten die Teilnehmer die Tafel vor.
Ganz in weiß bereiten die Teilnehmer die Tafel vor. © Foto: Tilman Baur
Stuttgart / Tilman Baur 11.06.2018

Was ein Diner en blanc ist, wusste Elisa Weber bis vor Kurzem nicht. Die 24-jährige studiert in Hohenheim Kommunikationsmanagement und hat über ihre Fachschaft erfahren, dass am Freitag vor dem Hohenheimer Schloss das „Abendessen in Weiß“ stattfinden wird. Zusammen mit ihrer Clique meldete sie sich an.

Weber und ihre Freunde waren schneller als andere. Denn das Diner an der langen Tafel im Schlosshof ist auf 200 Teilnehmer begrenzt. Wer sich zuerst meldet, kommt zum Zug. Das Essen bringt jeder Teilnehmer mit. Drei Gänge sollten es sein, so die Vorgabe. „Wir haben einen Salat, Blätterteig-Gebäck und einen deftigen Nudelsalat dabei“, so die Studentin. Danach gibt es Kuchen, Mousse au Chocolat – und auch etwas zu trinken.

Das Konzept des weißen Diners geht auf den Franzosen Francois Pasquiet zurück. Als er im Paris des 19. Jahrhunderts eine private Gartenparty ausrichtete, kamen zu viele Gäste. Spontan feierte man im Bois de Boulogne weiter, also dem Pariser Stadtwald – geboren war das Diner en blanc.

Mit dem Diner läutet die Universität vier Wochen ein, die von der langen Tafel geprägt sein werden. Anlass ist der 200. Geburtstag der Uni. Gegründet wurde sie in Zeiten großer Hungersnöte mit dem Ziel, die Versorgung der Württemberger mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Heute ist die Hochschule bundesweit die Nummer 1 in den Agrarwissenschaften, dazu eine Top-Adresse im Fachbereich Kommunikationswissenschaften. „Deshalb steht die Tafel symbolisch für die Universität, nämlich für Essen und Kommunikation“, sagt Marketingleiterin Johanne Lembers-Schiel.

Geplant sind in den kommenden Wochen viele Events. So präsentieren bei den Brownback-Lectures Professoren Wissenswertes aus ihrem Fachgebiet, während die Besucher ein Care-Paket in braunem Papiertüten aus Äpfeln, Brezeln und Wasser verzehren.

Wer mit Freunden an der Tafel Platz nehmen und den Ausblick aufs Schloss genießen will, kann das von Montag bis Freitag ab 19 Uhr tun. Voraussetzung ist eine Online-Anmeldung. Für Kurzentschlossene halten die Ausrichter zehn bis 20 Plätze frei. Und auch wenn es regnet – wie zeitweise am Freitag – finden die Besucher in der Säulenhalle des Schlosses einen Unterschlupf, der nur wenige Schritte von der Tafel entfernt ist.

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