Porträt Dominik Bruntner: Vom Dorf auf die roten Teppiche

Melissa Seitz 15.12.2018

Er hat die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Das lila Fell an dem olivfarbenen Parka lässt gerade so seine Nase und den Mund hervorblitzen. Seine Schuhe – von einer Münchner Luxusmarke – glänzen, kein Fleck ist zu sehen. Die Hose im Used-Look ist lässig in die Schuhe reingesteckt. Dominik Bruntner setzt die Kapuze ab und strahlt: „Hey, wie geht’s dir?“ Bisher von Star-Allüren keine Spur. Dabei könnte man genau das von ihm erwarten. 2017 trug er den Titel Mister Germany, dann folgte die Teilnahme an der Reality-Show „Promi Big Brother“. Seither ist er bei Events auf dem roten Teppich unterwegs. Der 25-Jährige aus einem Dorf mit knapp 5000 Einwohnern im Kreis Esslingen hat sich einen Namen gemacht – zumindest in der Welt der Sternchen.

Er rührt mit dem Löffel in seinem Cappuccino und schaut sich um. Es starrt ihn niemand an – noch nicht. „Als ich vorhin über den Schloßplatz gelaufen bin, sind zwei Mädchen auf mich zugekommen“, erzählt er und lächelt. Ihn freuen solche Begegnungen, auch wenn die meisten ihn nur unter dem Namen „Mister Germany“ kennen, mit Dominik Bruntner wird er nur selten angesprochen. Das stört ihn aber nicht. Er ist stolz auf den Titel, schließlich war die Mister-Germany-Wahl sein Sprungbrett.

Ausbildung zum Industriekaufmann

Fragt man Dominik Bruntner, wie sein Leben noch vor ein paar Jahren aussah, lächelt er verlegen. Daran zurückdenken will er lieber nicht. „Ich habe eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht“, erzählt er. Dann kam seine Modelkarriere ins Rollen. Zum Glück, sagt er. Als Model arbeiten wollte er schon immer. Seine Agentur schickte ihn für einige Monate nach Mailand, dann nach Istanbul. „Es hieß, da sei mein Typ mehr gefragt.“ Er hat schnell gemerkt: „Man wird oft nur auf das Äußere reduziert.“ Er kam damit klar, ergatterte einige Jobs – bis die Lage in der Türkei unsicher wurde.

Es ging zurück in die beschauliche Gemeinde im Albvorland, wo er auch wohnen bleiben möchte. Stadtleben sei nicht sein Ding. Viel Zeit zum Ausruhen blieb ihm damals nicht. Zum zweiten Mal nahm er an der Wahl zum Mister Baden-Württemberg teil. „Beim ersten Mal hab ich mich nicht für die Mister-Germany-Wahl qualifiziert“, erzählt Dominik Bruntner. 2016 hat es dann geklappt. Und so schnell wie er Mister Baden-Württemberg war, war er auch Mister Germany 2017. „Ich hätte das nie gedacht“, erzählt er. Schnell fand er sich in der Rolle als schönster Mann Deutschlands zurecht. Einladungen auf rote Teppiche flatterten ein, auf Instagram und Facebook stiegen seine Follower-Zahlen. Und spätestens nach seiner Teilnahme an „Promi Big Brother“ war vielen der Name Dominik Bruntner ein Begriff.

Er scheint sich wohlzufühlen in dem Business – und will so schnell auch nicht von der Bildfläche verschwinden. Er spricht von großen Projekten im neuen Jahr, von einer TV-Show, die noch geheim bleiben muss, und er erzählt von Model-Shootings in Los Angeles. Für dieses Jahr war’s das mit Terminen. Sein letzter war genau dort, wo seine Karriere begann: Im Van der Valk Resort in Linstow, bei der aktuellen Mister-Germany-Wahl.

Mitglied in der Jury

Dominik Bruntner saß in der Jury, stimmte mit ab. Deutschlands schönster Mann 2019 heißt Sasha Sasse und kommt aus Leipzig. Gewonnen hat sein Favorit, wie er sagt. „Sasha hat das Gesamtpaket. Er ist nett, optisch attraktiv und hat mega gesprochen.“ Er ist sich sicher, dass Sasha Sasse öfters in den Medien auftauchen wird als sein Vorgänger Pascal Unbehaun. „Er hat schon den Kontakt zu mir gesucht. Er hat Lust auf den Titel.“

Als Dominik Bruntner das Café verlässt, tippt er dem jungen Mann auf die Schulter, der ihn zuvor noch gefragt hat, ob er wirklich Mister Germany sei. „Also du, mach’s gut“, sagt er und lächelt. Man merkt: Der 25-Jährige weiß, wie’s funktioniert – immer bodenständig und freundlich bleiben und Kontakte pflegen.

Infokasten
Fokus auf die Persönlichkeit, nicht auf den Körper

Während die Kandidaten bei der Mister-Germany-Wahl noch einen Durchgang der Show leicht bekleidet laufen müssen, hat sich bei der Miss-Germany-Wahl etwas getan. Ab 2019 zeigen sich die Frauen nicht mehr in Bikinis, sondern in einem Sommer-Outfit. Denn man brauche keine Bademode, um die Anwärterinnen auf den Titel wirklich kennenzulernen, sagt der Veranstalter. Im Fokus solle die Persönlichkeit der Frauen stehen, nicht aber ihre Körper. Ende Februar 2019 wird dann die neue Miss Germany gewählt.

Dominik Bruntner weiß, dass man solche Wettbewerbe auch kritisch betrachten kann. „Als ich in der Jury bei der Mister-Germany-Wahl saß, habe ich jedoch versucht, nicht nur auf die Optik zu achten, sondern auf das Gesamtpaket“, sagt der 25-Jährige. Persönlichkeit und dass sich jemand gut artikulieren kann, sei ebenso wichtig wie ein gutes Auftreten. „Aber klar, ist ein durchtrainierter Körper immer von Vorteil“, sagt das Model. sei

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