Musical Die Hauptdarsteller für der „Glöckner von Notre Dame“ stehen fest

Die vier Hauptdarsteller (v.li.): Maximilian Mann, Mercedesz Csampai, David Jakobs und Felix Martin.
Die vier Hauptdarsteller (v.li.): Maximilian Mann, Mercedesz Csampai, David Jakobs und Felix Martin. © Foto: Stage Entertainment
Stuttgart.  / Dominique Leibbrand 12.12.2017

Mit Notre Dame in Paris kann die Stuttgarter Schlosskirche im Alten Schloss nicht mithalten. Als Stage Entertainment am Montag die Hauptdarsteller des neuen Stücks „Der Glöckner von Notre Dame“ nach der Romanvorlage von Victor Hugo dort vorstellt, geht es also eher um die Idee. In sakraler Atmosphäre präsentieren die Sänger zentrale Songs aus dem Disney-Musical, das am 18. Februar Premiere im Apollo-Theater in Möhringen feiert. Die imposante Musik des amerikanischen Star-Komponisten Alan Menken füllt den Kirchenraum bis in die letzten Ecken, die Darbietungen sitzen.

Kein Wunder: Drei der vier Hauptdarsteller haben reichlich „Glöckner“-Erfahrung. David Jakobs (Quasimodo), Felix Martin (Domprobst Frollo) und Maximilian Mann (Hauptmann Phoebus) haben bereits in Berlin und in München, wo das Musical derzeit gastiert, zusammen gespielt – und sind darüber Freunde geworden.  Einzig Mercedesz Csampai (26), die die Zigeunerin Esmeralda gibt,  ist neu im Ensemble. Die gebürtige Schwedin hatte bislang vor allem Engagements im Ausland, bei „Tanz der Vampire“ in Berlin gab sie ihr Deutschland-Debüt. An Esmeralda findet sie gut, dass diese nicht die „typische Disney-Prinzessin“ sei. Sie sei stark und schere sich nicht darum, was andere von ihr hielten.

Stark muss auch David Jakobs sein. Achtmal in der Woche mimt der 34-Jährige den buckligen Quasimodo inklusive Wirbelsäulenverkrümmung, Hüftfehlstellung und verzerrtem Gesicht. „Das ist ein großer Kraftakt“, sagt Jakobs, der mit gezielten Übungen gegensteuert. Ein Physiotherapeut unterstütze ihn dabei. Die Schmerzen nimmt er aber gerne auf sich. „Das Tolle an dem Musical ist, dass sich jeder gut damit identifizieren kann. Wir haben alle etwas an uns, das anders ist.“ Die Geschichte sei zeitlos und  – beispielsweise mit Blick auf die Flüchtlingskrise – gleichzeitig hoch aktuell.

Mensch oder Scheusal – wer ist wer? Diese Frage ziehe sich durch das Stück, sagt der Künstlerische Leiter Fredrik Wickerts. Auf der einen Seite sei da der missgestaltete Quasimodo, der ein Herz aus Gold habe, auf der anderen Seite sein Ziehvater Frollo, gottesfürchtig, aber grausam. Das Aussehen sage nichts über einen Menschen aus, laute die Botschaft, so Wickerts.

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