Elvis-Interpret Der King von Leonberg

Nils Strassburg überzeugt als Elvis Presley.
Nils Strassburg überzeugt als Elvis Presley. © Foto: Foto: Andrea Pelz
Leonberg / Nadja Otterbach 14.08.2018

Elvis lebt. Er sitzt unter einem hohen Baum vor dem Eingang des Stuttgarter Weltcafés  und trinkt einen Kaffee. Stimmt so natürlich nicht. Der Mann, der hier seine Mittagspause verbringt, heißt Nils Strassburg, kommt aus Leonberg und ist Deutschlands bester Elvis-Presley-Interpret. Dieser Titel wurde ihm 2012 von der Time-Warner- und der Elvis-Presley-Gesellschaft verliehen. Dass er nicht nur auf der Bühne, sondern mit seinen tiefschwarzen Koteletten auch privat wie der King persönlich aussieht, bringt viele neugierige Blicke mit sich. Auch das Alter passt. Als Elvis am 16. August 1977 starb, war er 42 Jahre alt. Strassburg ist 43.

Um die 35 Konzerte im Jahr gibt der Leonberger mit seiner zehnköpfigen Band. Bekannt geworden ist die Gruppe als „Nils Strassburg and the Roll Agents – Elvis Xperience“. Erst mit 27 Jahren hat der Schwabe mit amerikanischem Pass begonnen, professionell Musik zu machen. Lange war er Coversänger einer Partyband. „Aber dann hatte ich es satt, Leute zum Saufen zu animieren.“ Erst 2009 traute er sich an Elvis-Songs heran, mit großer Ehrfurcht. Seit seinem sechsten Lebensjahr verehrt er den King of Rock‘n‘Roll. „Er war ein Übermensch für mich.“

Strassburg ist bewusst, dass er viele Kollegen hat. Vor allem in Amerika stehe gefühlt an jeder Ecke ein Elvis-Klon. Er sieht sich nicht als Imitator, sondern als Interpret. „Auf der Bühne vergesse ich mich, da kehre ich mein Innerstes nach außen.“

Viel ist passiert, seit er als King die Bühnen entert. In der Stuttgarter Liederhalle trat er vor 2000 Menschen auf. Frauen geraten in Ekstase, wenn sie Strassburgs schweißgetränkten Schal umgelegt bekommen. „Die fassen mich überall an“, sagt der Musiker und zuckt mit den Schultern. „Das gehört zur Show.“ Mit seinem Freund und Kollegen Michael Gaedt („Die kleine Tierschau“) hat er ein Elvis-Musical geschrieben, in dem er die Hauptrolle spielt.

Seine Bühnenoutfits lässt er sich in England und Amerika auf den Leib schneidern – mehr als 20 hautenge Jumpsuits besitzt er. Alle zwei Jahre fliegt Strassburg mit seiner Familie in die USA. Ein Besuch auf Elvis‘ Anwesen Graceland in Memphis ist fester Bestandteil einer jeden Reise.

Auch wenn er von seinen Honoraren als King leben könnte, hat der Familienvater noch einen Job im Marketing einer Konzert-Direktion. „Ich bin dankbar darüber“, sagt er. So könne er Auftritte ablehnen, etwa in Einkaufszentren, wo er sich als Künstler nicht ernst genommen fühle.

Noch in diesem Jahr geht Strassburg mit seiner Band auf Tour. Der Titel der aktuellen Show lautet „Elvis Viva Las Vegas“. Der 43-Jährige ist überzeugt: „Elvis lebt nicht mehr, aber seine Musik, die wird ewig leben. Und dafür braucht man Leute wie mich.“

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