Nach Shanghai jetzt also Mailand. Die italienische Metropole öffnet im Mai ihre Tore für die Expo 2015. "Feeding the planet, energy of life" - so lautet das Thema. Die Expo-Beschicker beschäftigen sich mit der Frage, wie man die Menschheit auch noch in einigen Jahrzehnten vernünftig versorgen kann. Eine Premiere: Die kommende Weltausstellung ist die erste, die sich mit dem Thema Ernährung befasst.

An der Planung des Deutschen Pavillons ist eine Stuttgarter Firma maßgeblich beteiligt: Milla & Partner, Agentur für Kommunikation im Raum. Sie zeichnet fürs inhaltliche Konzept verantwortlich und für die Ausstellungsgestaltung und die mediale Inszenierung. Mit im Boot die Universität Stuttgart. Sie entwickelte die Steuerungs- und Bewegungssoftware für zwei Roboter.

Im Deutschen Pavillon liegt man mit den Ausbauarbeiten voll im Zeitplan, sagte Dietmar Schmitz, der Generalkommissar des Deutschen Pavillons, bei der Vorstellung des Projekts gestern in Ludwigsburg. Rund 16 000 Besucher werden ab Mai pro Tag in Mailand erwartet.

Unter dem Motto "Fields of Ideas" will sich Deutschland als eine lebendige, fruchtbare Landschaft voller Ideen und Lösungen präsentieren. Das soll auch architektonisch zum Ausdruck kommen. Über eine sanft ansteigende Rampe führt der Weg in eine offene Landschaft mit textilem Blätterdach, die zum Spazierengehen und zum Picknicken einlädt.

Ein zweiter Weg verläuft durch die Ausstellung im Innern des Gebäudes. Hier zeigt Deutschland seine Ideen und Lösungen zum eigentlichen Expo-Thema. Das Thema Lebensmittel wirft vor allem die Frage auf: "Was wollen wir in Zukunft essen und was sind unsere Erwartungen an die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft?"

Informativ soll der Deutsche Pavillon sein. "Wir wollen Deutschland aber auch von seiner unterhaltsamen Seite zeigen und unseren Gästen Außergewöhnliches bieten", sagt Schmitz, "die letzte Expo hat gezeigt, dass die Menschen am meisten zu begeistern sind, wenn sie selbst etwas tun können." Deshalb wird in Mailand jeder Besucher einen persönlichen Ausstellungsbegleiter, ein sogenanntes SeedBoard, in die Hand gedrückt bekommen, eine Art aufklappbare Papptafel mit einem mobilen Interaktionsfeld. Damit können die Gäste an verschiedenen Stationen Medieninhalte zu einzelnen Themen in Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch abrufen.

Unter dem Pavillon-Motto "Be active" steht denn auch die zehnminütige Show am Ende des Rundgangs, die den Besuchern ganz neue Perspektiven eröffnet. Sie sehen Deutschland aus der Sicht von Bienen, die über Wiesen, Städte, Dörfer und Menschen hinwegfliegen. Als Projektionsfläche dienen zwei große Bienenaugen über den Köpfen der Zuschauer. Sie bewegen sich von zwei Seilrobotern gesteuert durch den Raum.

Die Wissenschaftler der Uni Stuttgart optimieren zur Zeit noch die Software für die beiden Roboter in einem ehemaligen Filmstudio in Ludwigsburg. In Mailand werden zwei Musiker diese Performance begleiten. Und die Besucher sind gefordert, dazu mit ihren Händen, Stimmen und dem "SeedBoard" Klänge und Naturgeräusche zu erzeugen. "Auf diese Weise kreiert das Publikum selbst den mitreißenden Sound zu einer Reise durch Deutschland voller Bilder, Klänge und spannender Momenten", erklärt Peter Redlin. Als Kreativdirektor ist er mitverantwortlich für die Ausstellung, die Idee dieser Show.

Mailand erwartet 20 Millionen Besucher

145 Nationen Die Expo 2015 in Mailand findet vom 1. Mai bis 31. Oktober 2015 unter dem Motto "Feeding the planet, energy of life" statt. Das Veranstaltungsgelände liegt in der Nähe der Mailänder Messe und umfasst 95 Hektar. 145 Nationen und drei internationale Organisationen werden daran teilnehmen. Die Veranstalter erwarten rund 20 Millionen Besucher.

Arbeitsgemeinschaft Unter der Regie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeichnet die Messe Frankfurt verantwortlich für Planung und Realisierung des Projektes, für die Umsetzung verantwortlich ist die Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Milla & Partner (Stuttgart), Schmidhuber (München) und Nüssli Deutschland (Roth bei Nürnberg).

ETS