Museum Der berühmte Sohn rückt ins Blickfeld

Stuttgart / Tilman Baur 13.06.2018

Am 27. August 2020 jährt sich der 250. Geburtstag Georg Wilhelm Friedrich Hegels. Der wichtigste Vertreter des deutschen Idealismus kam 1770 in der Stuttgarter Eberhardstraße zur Welt, in Berlin wurde er als Starphilosoph zum Weltereignis. Das Geburtshaus soll zum Jubiläum hin ein Lifting erhalten. Das inhaltliche Konzept steht auf dem Prüfstand.

Bisher hat sich die 1991 eingerichtete Dauerausstellung auf die Biografie Hegels konzentriert. Künftig soll sein Denken im Vordergrund stehen. Das wird leichtes Unterfangen – schließlich gilt Hegels Philosophie als überaus komplex. Eine interdisziplinäre Gruppe von Studenten hat nun gezeigt, wie man sein Denken ins Museum bringt. So zeigt eine Serie von Fotos eine junge Frau, die sich im Spiegel betrachtet. Auf dem zweiten Foto ist ihr Spiegelbild verschwunden. Auf dem dritten sieht man sie wieder, aber zusammen mit drei anderen Frauen. Die Erklärung: Hegel zufolge ist Selbstbewusstsein im Sinne von Selbsterkenntnis nicht ohne soziale Vermittlung möglich. Nur in der Gemeinschaft erkennt man sich selbst.

„Dass sich eine Ausstellung nur mit dem Denken eines Philosophen beschäftigt ist allein schon innovativ“, sagte Sebastian Ostritsch vom Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Die Stadt sieht das Projekt als Impuls für die geplante Umgestaltung in zwei Jahren. Die im Erdgeschoss ausgestellten Werke sind noch bis Ende August zu sehen.

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