Einzelhandel Das Fluxus-Prinzip soll weiterleben

So soll die neue Fassade einmal aussehen.
So soll die neue Fassade einmal aussehen. © Foto: Argon GmbH
Stuttgart / Caroline Holowiecki 17.07.2018

Schluss, aus, vorbei. Das alternative Einkaufs- und Gastrokonzept Fluxus ist endgültig Geschichte. Am letzten Juni-Tag hatten nach dreieinhalb Jahren die Boutiquen in der Calwer Passage geschlossen, und am vergangenen Samstag haben die Kneipiers gemeinsam mit den Gästen die Fluxus-Abrissparty gefeiert. Der Titel der Sause ist zwar nur im übertragenen Sinn gemeint gewesen, trifft es aber trotzdem. Der Komplex aus den 70ern wird tatsächlich bis auf Bodenniveau abgetragen.

 Wann genau der Umbau starten wird, ist noch unklar, sagt Dirk Wehinger, einer der Geschäftsführer der Firma Argon. Die ist eine Tochter der Piëch-Holding, der die Immobilie gehört, und betreut das Objekt. Dirk Wehinger betont: Die Baugenehmigung ist beantragt, liegt aber aktuell noch nicht vor. „Mit dem Abbruch entlang der Theodor-Heuss-Straße wird es losgehen“, erklärt er. Verschwinden wird das klobige Gebäude, das auf und neben dem Eingang zur S-Bahn-Station Stadtmitte sitzt. Der Zugang wird für die Zeit der Arbeiten geschlossen. In einem nächsten Schritt wird sich dann quasi von hinten, von der Langen Straße aus, der Abrissbagger bis zur Calwer Passage, dem Herzstück des Gebäudekomplexes, durchbeißen. Die Passage mit dem Tonnendach ist denkmalgeschützt und muss nicht nur erhalten werden, sondern wird auch verlängert, erläutert Dirk Wehinger.

 Während im verglasten und begrünten Neubau an der Theodor-Heuss-Straße vor allem Geschäftsräume – Hauptmieter auf mehr als 10 000 Quadratmetern: die Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle –,17 Wohnungen und auch Gastronomie entstehen sollen, soll in die erweiterte Passage wieder Handel einziehen. Das Fluxus-Konzept hat seine Spuren hinterlassen. „Toll“ sei es gewesen, lobt Dirk Wehinger, und inspiriert davon soll auch nach dem Umbau kleinteiliger Einzelhandel den Vortritt haben. „Mit rund 20 Ladengeschäften soll sich das Areal klar vom allgemeinen Filialistentum und vom großflächigen Einzelhandel der Einkaufszentren und der Haupteinkaufsstraßen abheben“, ließ die Piëch-Holding verlauten. Das Projekt Fluxus habe gezeigt, wie sehr die Stuttgarter und Besucher von auswärts die Calwer Passage als urbanes Kleinod schätzten.

Dirk Wehinger will sogar nicht ausschließen, dass es irgendwann ein Wiedersehen mit einem Fluxus-Händler geben könnte, wenngleich fast alle Landenbetreiber neue Mietverhältnisse eingegangen sind. Fertig sein soll die neue Calwer Passage schließlich erst Ende 2020.

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