Die baden-württembergische Landesregierung zieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus nun doch auch Schulschließungen in Betracht. „Durch die dynamische Lageentwicklung können flächendeckende Schul- und Kitaschließungen in Baden-Württemberg nicht mehr ausgeschlossen werden“, sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der Südwest Presse auf Anfrage.

Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung stehe an erster Stelle. „Wir müssen bei der Ausgestaltung und der Dauer aber auch die wirtschaftlichen Auswirkungen im Blick haben. Und ich sage zu, dass all diejenigen, die dieses Jahr ihre Abschlussprüfungen schreiben sollen, die Abschlüsse auch machen können und diese voll anerkannt werden. Es dürfen den Schülerinnen und Schülern keine Nachteile entstehen“, so die Ministerin weiter.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Infektionsrate verlangsamen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat nach Informationen der Südwest Presse für diesen Freitag, 12 Uhr, zu einer Sondersitzung des Kabinetts eingeladen. Möglicherweise müsse die Sitzung als Videoschalte stattfinden, heißt es im Einladungsschreiben. „Wir werden morgen weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vorschlagen“, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der Südwest Presse. „Wir müssen jetzt alles tun, um die Infektionsrate zu verlangsamen und das Gesundheitssystem in diesen Corona-Zeiten funktionsfähig zu halten.“ Die Intensivbetten in den Krankenhäusern seien derzeit noch einigermaßen durch die wenigen ernsten Fälle der Grippewelle beansprucht, die aber in wenige Wochen abebben dürfte. „Es ist daher wichtig, dass der Anstieg der Corona-Fälle in den nächsten Wochen nicht explodiert.“

Falschmeldung zu Schulschließungen in Baden-Württemberg

Am Donnerstagabend sorgte eine Twitternachricht für Wirbel, in der es hieß, dass Baden-Württemberg alle Schulen und Kitas schließen werde. Das Kultusministerium verwies darauf, dass das ein Fake, also eine Fälschung, sei. Die Meldung entspreche nicht dem aktuellen Stand.

Ebenfalls am Donnerstagabend sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Gesprächen mit den Ministerpräsidenten der Länder bei einer Pressekonferenz in Berlin, dass man bundesweite Schulschließungen vorerst nicht plane. Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, je nach Ausbruchsgeschehen des Coronavirus regional mit Schließungen von Kitas, Schulen oder Hochschulen zu reagieren. Eine Option sei zum Beispiel das Vorziehen der Osterferien.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, Bayern werde am Freitag endgültig entscheiden, wann vor Ostern die Schulen geschlossen würden.

Schulschließung in Bayern: Ab Montag offenbar Schulen geschlossen

Bayern schließt offenbar ab Montag alle Schulen: Die Deutsche Presse-Agentur berichtet, dass sie aus Regierungskreisen erfahren habe, dass ab Montag alle Schulen in Bayern geschlossen blieben. Als erstes Bundesland hatte das in der Nacht das Saarland beschlossen. Baden-Württemberg könnte am Freitag folgen.