Die Folgen des Coronavirus wirken sich auch immer stärker auf den Bahnverkehr in Baden-Württemberg aus. Auf einigen Strecken kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen, teilweise werden Fahrpläne bewusst ausgedünnt.

Der Bahnbetreiber Abellio teilte bereits am Montag mit, dass durch Schul- und Kitaschließungen „erste Einschränkungen bei der Personalverfügbarkeit spürbar“ sind. Um den Betrieb stabil zu halten schränke man Verbindungen bewusst ein, teilte das Unternehmen mit. Betroffen sind folgende Linien: Auf der RB17 a/c fallen bis einschließlich Freitag mehrere Fahrten zwischen Bruchsal und Bretten sowie zwischen Pforzheim und Bietigheim-Bissingen aus.

Die Züge Pforzheim ab 07:44 Uhr, 09:44 Uhr, 11:44 Uhr, 13:44 Uhr, 15:44 Uhr und 18:44 Uhr fallen bis Bietigheim-Bissingen aus. Die Züge Bietigheim-Bissingen ab 08:32 Uhr, 10:32 Uhr, 12:32 Uhr, 14:32 Uhr und 19:32 Uhr sowie Stuttgart Hauptbahnhof ab 17:14 Uhr fallen bis Pforzheim aus.

Zusätzlich fallen einige Fahrten auf der Linie RE 10a zwischen Heilbronn und Mosbach-Neckarelz aus.

Go-Ahead: Betrieb kann nicht normal gefahren werden

Betroffen ist auch der Bahnbetreiber Go-Ahead, der unter anderem die Filstalbahn zwischen Stuttgart und Ulm bedient. „Wir haben aktuell keinen eingeschränkten Fahrplan“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Dienstagmorgen mit. Man habe aber mit starken Personalausfällen zu kämpfen, dass „der Betrieb nicht normal gefahren werden kann“. Fahrgäste müssten mit Zugausfällen, Verspätungen und verkürzten Zügen rechnen. Man versuche jedoch, die wichtigen Pendlerzüge am Morgen so gut wie möglich abzudecken. Als Ursache für die Ausfälle nannte die Sprecherin fehlendes Personal. „Ein Teil der Kollegen hat keine Betreuung für die Kinder, ein Teil der Kollegen ist krank“, so die Sprecherin.

Zugausfälle im Südwesten: Das müssen Pendler wissen

Die Deutsche Bahn (DB) wollte sich zur Lage im Südwesten nicht äußern und verweist auf eine Mitteilung der Berliner Zentrale, wonach der Nah- und Fernverkehr in Deutschland nahezu ohne Einschränkungen laufe. „Derzeit sind unsere Züge stabil im Einsatz. Auch für die kommenden Tage sind wir zuversichtlich“, sagte Bahnchef Richard Lutz am Montag.

Nach Angaben von Abellio soll in den kommenden Tagen gemeinsam mit dem Verkehrsministerium ein Sonderfahrplan abgestimmt werden. Damit trage man nicht nur den weiter zu erwartenden Personalausfällen Rechnung, sondern auch den „rapide sinkenden“ Fahrgastzahlen.

Ob auch die eigene Verbindung betroffen ist, erfahren Pendler nach Angaben der Verkehrsunternehmen in den Fahrplanauskunftsmedien und durch Lautsprecheransagen an den Bahnhöfen. Go-Ahead teilte mit, dass die zu erwartenden Ausfälle immer am Vorabend in die Informationssysteme eingepflegt werden.

Das sagt das Verkehrsministerium

Das Verkehrsministerium betonte, man wolle den Nahverkehr unbedingt aufrechterhalten. „Wir nehmen aber auch die Abstandsregeln sehr ernst und werden dafür sorgen, dass die Züge so fahren, dass genug Platz ist“, sagte ein Sprecher von Minister Winfried Hermann (Grüne). Man arbeite derzeit an einem Grundfahrplan. Näheres wolle man am Mittwoch mitteilen.