Gegendemonstranten in Stuttgart haben versucht, den Aufzug von Teilnehmern einer Versammlung gegen die Corona-Maßnahmen am Weiterzug zum Cannstatter Wasen zu hindern. „Sie standen oder saßen auf der Bundesstraße 14 und sind auch jetzt noch vor Ort“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei werde sie zur Not wegtragen müssen, denn die Straße müsse freigeräumt werden.
Die Auflagen des Demonstrationszugs, der am frühen Nachmittag vom Marienplatz mit mehreren Hundert Teilnehmern zur zentralen Kundgebung der sogenannten Querdenken-Bewegung auf dem Cannstatter Wasen unterwegs war, wurden laut Polizei größtenteils nicht eingehalten. Die Beamten wiesen die Menschen immer wieder darauf hin, Masken aufzusetzen und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Polizeihubschrauber waren zur Dokumentation des Geschehens über dem Stadtgebiet im Einsatz.
In einem Tweet der Polizei hieß es: «Masken- und Abstandsverstöße werden von uns beweissicher dokumentiert.» Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur berichtete von einer Volksfeststimmung bei den Teilnehmern der Versammlung auf dem Marienplatz. Die Polizei ist mit mehreren Hundert Beamten vor Ort. Die Stadt Stuttgart hat im Falle von Verstößen gegen die Maskenpflicht und die vorgeschriebenen Abstände angekündigt, Versammlungen aufzulösen.

Sozialministerium kritisiert Stadt Stuttgart scharf

Das baden-württembergische Sozialministerium hat die Stadt Stuttgart für die Genehmigung der Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen scharf kritisiert. „Ich verstehe nicht, dass die Stadt sich sehenden Auges in diese Situation manövriert hat“, machte der Amtschef des Sozialministerium, Uwe Lahl, am späten Samstagnachmittag seinem Unmut via Twitter Luft. Dass sich die Stadt gegen ein Verbot entschieden habe, sei „aus infektiologischer Sicht in dieser Phase der Pandemie falsch“ gewesen, so der oberste Beamte im Haus von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). (rol)