Umwelt Coffee to go soll in Pfandbecher

Stuttgart / Daniel Grupp 20.06.2018

80 000 Einwegbecher werden in der Landeshauptstadt am Tag für „Coffee to go“ weggeworfen, in Deutschland sind es 320 000 Becher in der Stunde: So untermauerte Martin Armbruster von der Wirtschaftsförderung das Ziel, ein Mehrwegsystem für Kaffeebecher in Stuttgart einzuführen. Die Massen an Einwegbechern führten zu einem enormen Müllproblem. Holz, Wasser und Energie würden verbraucht.

Zusammen mit seinem Kollegen Torsten von Appen präsentierte Armbruster im Umweltausschuss den Weg, der 2019 zu einem Mehrwegsystem führen soll. „Die Kunden wollen schnellen Genuss“, sagte Armbruster. „Der Kunde hat nach fünf bis zehn Minuten ein Problem in der Hand: ein leerer, dreckiger Becher“, sagte von Appen. Ziel ist es, dass von einem System, das Kunden akzeptieren, nicht zuerst die großen Ketten profitieren. Ein Kreislaufsystem, bei dem ein Teilnehmerpool, zum Beispiel Bäckereien, die Pfandbecher herausgeben, wird angestrebt. Zur Rückgabe könnten Pfandautomaten aufgestellt werden. Die Becher sollen zentral gereinigt und verteilt werden. Als Kosten werden etwa 700 000 Euro für die nächsten Jahre genannt. Die Stadt wird einen Ideen- und danach einen Vergabewettbewerb starten.

Die Stadträte reagierten meist positiv, wobei manche bezweifelten, dass sich ein privater Anbieter finden wird. Sie regten an, Städte der Region mit ins Boot zu holen, um eine Insellösung zu vermeiden.

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