Stuttgart Busse und Bahnen in Stuttgart beliebt wie nie zuvor

RAIMUND WEIBLE 14.02.2015
Beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hält der Aufwärtstrend an. 2014 erreichte er trotz längerer Streiks eine neuen Fahrgast-Rekord.

Die aktuelle Bilanz stimmt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler froh. "Es macht mehr Spaß, in so einer Region arbeiten zu dürfen als anderswo", sagte er über seine Tätigkeit im Stuttgarter Verbundgebiet. Denn dem VVS ist es gelungen, 2014 den Rekord von 2013 zu übertreffen. 357 Millionen Fahrten zählte das Unternehmen im vergangenen Jahr - das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Ergebnis, dass der VVS trotz erheblicher Einbußen durch streikende Bahnbeschäftigte erreichte.

Den Rekord führt Stammler auf neue Tarifangebote zurück. Das Firmen-Ticket, das am 1. April 2014 durch einen Rabatt aufgewertet wurde, und das Senioren-Ticket seien gut angenommen worden, sagte der Geschäftsführer gestern. Er dankte allen Fahrgästen, die trotz Pünktlichkeitsproblemen bei der S-Bahn und trotz Fahrtausfällen wegen der Streiks der VVS die Treue gehalten hätten.

Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland wuchs 2014 lediglich um 0,5 Prozent. Mit dem Plus von 2,4 Prozent "bilden wir wahrscheinlich die Spitze im Bundesgebiet", sagte Stammler mit Stolz in der Stimme. Vom Erfolg des Firmen-Tickets zeigte er sich überrascht. Seit Dezember 2013 ist die Zahl der Abonnenten auf 58 7000 gestiegen - das sind 19,1 Prozent mehr. Motor der Entwicklung war die Stadt Stuttgart, die ihren Beschäftigten monatlich fast 30 Euro Zuschuss zahlt. Das Abonnement wird dadurch um zehn Prozent billiger. Mit dem Zuschuss will die Stadt ihrem Personal die Entscheidung, ohne Auto zum Dienst zu gelangen, erleichtern. Inzwischen besitzen mehr als 50 Prozent der städtischen Beschäftigten ein VVS-Firmen-Ticket.

Offen bleibt, ob auch das Land seinen Beschäftigten im VVS-Verbundgebiet einen Zuschuss zum Firmen-Ticket bezahlt. In Zurückhaltung üben sich auch noch die großen Unternehmen. Stammler äußerte Verständnis dafür, dass sich diese Partner bisher noch für einen Zuschuss entschließen konnten. Das Land hielt sich bisher zurück, weil es sich verpflichtet fühlt, alle Bedienstete im Land gleichzubehandeln. Zahlt es allen einen Zuschuss, kommt auf den Finanzminister ein jährlicher Betrag von mehreren Millionen Euro zu.

Derzeit haben 190.000 Rentner ein Senioren-Ticket, 12,9 Prozent mehr als 2013. . 42,50 Euro. An dem "günstigen Preis" von 42,50 monatlich will Stammler festhalten, um noch mehr Senioren zu gewinnen.