Brexit Briten wollen in Stuttgart Iren werden

Stuttgart / Daniel Grupp 21.06.2018

Vor zwei Jahren, am 23. Juni 2016, hat eine knappe Mehrheit der Briten für den Austritt des Vereinigten Königreichs (UK)  aus der  Europäischen Union gestimmt. Bis heute ist nicht klar, unter welchen Modalitäten der Brexit erfolgen wird. Das führt zu Verunsicherungen, bei EU-Bürgern, die im UK wohnen, aber auch bei Briten in der EU. Manche reagieren mit einem Wechsel der Staatsbürgerschaft.

Dies zeigt sich in Stuttgart. In der Landeshauptstadt haben seit dem Brexit-Beschluss 150 britische Staatsbürger einen Einbürgerungsantrag gestellt, 105 Briten konnten eingebürgert werden, teilt die Stadtverwaltung mit. In den 15 Jahren vor dem Brexit-Votum gab es hingegen nur 50 Einbürgerungsanträge durch Briten. 2017  rückten die Briten  bei den Einbürgerungen unter die Top-10-Liste, die von Türken (272), Kroaten (156) und Serben (150 Einbürgerungen) angeführt wird. Ende 2017 lebten in Stuttgart 1136 britische Staatsbürger.

Iren sind es viel weniger. Laut Stadtverwaltung besteht die Irish Community aus 224 Personen. Es werden aber mehr, denn manche UK-Bürger besinnen sich auf irischen Vorfahren. Wer ein Elternteil hat, das in Irland geboren wurde, kann die Staatsbürgerschaft der Insel beantragen, erläutert Ute Renner vom hiesigen Honorarkonsulat der Republik Irland. An den Pass der Grünen Insel kann man auch kommen, wenn Großeltern als Iren registriert sind. Seit Herbst 2016 hätten in Stuttgart zwölf Briten die irische Staatsbürgerschaft erhalten. Die Zahl der Anfragen sei deutlich höher gewesen. Es hätten sich aber auch 22 Deutsche Iren werden wollen.

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