Gastro-Tipp Blunzen, Paradeiser und Wiener Austern

Die Gastronomen Sebastian Gaiser (li.) und Marcel Jetter.
Die Gastronomen Sebastian Gaiser (li.) und Marcel Jetter. © Foto: Ferdinando Iannone
Stuttgart / Rainer Lang 19.07.2018

Beiden ist die Liebe zu Österreich in die Wiege gelegt worden. Marcel Jetters Großmutter war Wienerin und Sebastian Gaisers Vater stammt aus Tirol. Freunde geworden sind sie über ihre Vorliebe für die österreichische Küche. Nun betreiben sie gemeinsam ein Restaurant im Stuttgarter Bohnenviertel. Der Name „Kaiser & Schmarrn“ ist in der Gaststätte Programm und lockt schon kurz nach der Eröffnung so viele Besucher an, dass die Gastgeber alle Hände voll zu tun haben. Das heute beginnende Bohnenviertelfest stellt das Team vor seine erste große Herausforderung.

Endlich wollen die Gastronomen durchstarten, nachdem sich der Umbau wegen des Brandschutzes und der Genehmigungsverfahren monatelang hinzog. Jetter hatte zuvor bereits einen Anlauf unternommen und wollte ein Wiener Kaffeehaus am Bismarckplatz eröffnen. Doch das Vorhaben zerschlug sich, und Jetter wurde schließlich in der Brennerstraße unweit des Charlottenplatzes fündig.

Das 1899 erbaute Gebäude atmet den Geist der Gründerzeit mit alten Parkett- und Steinböden und einem riesigen Gewölbekeller. Die neue Gestaltung des Gast­raums ist eine gelungene Mischung aus funktionaler Einrichtung mit Anklängen an die österreichische Wirtshauskultur. Die in gedecktem Grün gestrichene Holzvertäfelung an den Wänden schafft mit den soliden Holzmöbeln eine angenehme Atmosphäre. Etwa 80 Gäste finden hier Platz. Geöffnet ist zunächst ab 18 Uhr.

Beim Blick auf die Speisekarte ist ein kleiner Sprachkurs angesagt. Blunzen steht dort für Blutwurst, Kren für Meerrettich und Paradeiser für Tomaten. Und wer weiß schon, dass Wiener Austern Schnecken sind? Da die Speisekarte nach dem Vorbild aus dem alten Österreich aufgebaut ist, gilt es, jede Zutat einzeln zu wählen. Zum Beispiel beim Wiener Schnitzel. Zur kleinen Portion mit etwa 100 Gramm Fleisch (9 Euro) können die Gäste als Beilage zum Beispiel Knöpfle (4 Euro), Sauce (4 Euro), Preiselbeeren (1 Euro) und vielleicht einen Blatt- oder Krautsalat (3 Euro) wählen. Wer zum Nachtisch Kaiserschmarrn bestellen möchte, der muss sich etwas gedulden. Dieser wird nämlich erst ab 22 Uhr serviert und kostet zehn Euro.

Vom Fleisch, Speck und Käse bis zu den Weinen und Destillaten, von denen mehr als 100 Sorten im Keller lagern, beziehen die Gastronomen fast alles aus Österreich.

Info www.facebook.com/pg/kaiserundschmarrnstgt

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel