Hochschule Bei Uni-Gebäuden muss nachgebessert werden

Stuttgart / Daniel Grupp und David Nau 14.02.2018

Ziemlich genau drei Jahre nach der feierlichen Grundsteinlegung bereitet sich die Universität Stuttgart auf die offizielle Eröffnungsfeier des Hauses der Studierenden vor. Man suche noch einen geeigneten Termin im Frühjahr, sagte der Sprecher der Universität Stuttgart, Hans-Herwig Geyer.

Die Fertigstellung des kubischen Neubaus am Pfaffenwaldring hat die Uni schon im Sommer 2017 verkündet. Noch im September zogen die ersten Abteilungen in die siebenstöckige Anlaufstelle für Studenten. Dort werden die bisher auf mehreren Standorten verstreuten Abteilungen des Dezernats „Studium und Promotion“ gebündelt. Abteilung für Abteilung nahm den Neubau in Beschlag. Den Anfang machte das Prüfungsamt, es folgten das Studiensekretariat für Ausländer, die Zentrale Studienberatung und die Geschäftsstelle der Studierendenvertretung Stuvus. Auch die Abteilung für Promotionsfragen und Graduiertenförderung ist von der Stadtmitte nach Vaihingen gezogen. Den Abschluss bildete das Studiensekretariat für Inländer.

Ganz haben die Handwerker allerdings den bei Baubeginn mit Kosten von 10,8 Millionen Euro veranschlagten Neubau noch nicht verlassen. Herwig spricht von „völlig normalen Mängeln“, die noch behoben  werden müssten. Alle Mängel seien erfasst worden. So fahre zum Beispiel der Sonnenschutz zu schnell hoch und runter. Im Außenbereich werde auch noch nachgebessert. Insgesamt handle es sich um typische Probleme, die auftreten, wenn ein größeres Gebäude in Betrieb genommen und dort zum Beispiel erstmals geheizt werde. Die Kosten für das Haus der Studierenden teilen sich das Land und die Universität.

Klotüren schließen nicht richtig

Fritz Otlinghaus, Vorsitzender der Studierendenvertretung der Universität Stuttgart, ist mit dem neuen Gebäude zufrieden. Ganz anders sehe die Situation hingegen im Informatik-Gebäude aus: „Dort hat es große Risse in den Wänden“, berichtet der Studentenvertreter. Der 22-jährige Informatikstudent Matthias, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, kann das bestätigen. Er führt in die Herrentoilette im Untergeschoss des 2003 eröffneten Gebäudes. Dort durchziehen tiefe Risse die Wände vom Boden bis zur Decke, teils fehlen zentimeterdicke Stücke der Wand. Am Boden haben sich außerdem einige Fließen gelöst, da der Untergrund an einer Stellen abgesunken ist. „Teilweise lassen sich die Toilettentüren nicht mehr richtig schließen, weil sie verzogen sind“, sagt der Student.

Dem Universitätsbauamt sind die Mängel bekannt. „Der Untergrund hebt sich, da durch Feuchtigkeitsverdunstung des Untergrunds Gipsauscheidungen zwischen den Gesteinsschichten entstehen“, teilt Edwin Renz, stellvertretender Amtsleiter auf Nachfrage mit.  2011 seien erste Verformungen am Gebäude festgestellt worden, erste Messungen seien dann 2013 durchgeführt worden. Die Risse in den Wänden beeinflussen laut Bauamt auch die Statik des Gebäudes, aktuell werde ein Gesamtkonzept erarbeitet, um die Verschiebungen zu stoppen. In einzelnen Bereichen seien die Hebungen bereits durch die erneute Verankerung von Stützen gestoppt worden. 

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