Nahverkehr Bahnsteigtest wird verlängert

Leuchtpunkte im Boden sollen den Einstieg beschleunigen.
Leuchtpunkte im Boden sollen den Einstieg beschleunigen. © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart / Dominique Leibbrand 17.08.2018

Im Februar weihte die Bahn die leuchtende Bahnsteigkante am Gleis 2 in Bad Cannstatt ein. Leuchtsymbole im Boden zeigen seither vor der Einfahrt des nächsten Zuges an, wo dieser hält und wie lang er ist. Sechs Monate lang wollte das Verkehrsunternehmen überprüfen, ob die Leuchtpunkte helfen können, Fahrgäste zum schnelleren Einsteigen zu bewegen. Mittlerweile wurde die Testphase bis Ende des Jahres verlängert, wie S-Bahn-Sprecher Reinhold Willing bestätigt. Denn ob das bundesweit einmalige Pilotprojekt Wirkung zeigt, sei noch unklar.

Dafür hat die Bahn erste Erkenntnisse darüber gewonnen, was die Fahrgäste von den Lichtpunkten im Boden halten – und nachjustiert. Sowohl die Zahl der Farben als auch der verwendeten Symbole wurde reduziert, außerdem soll es bald in allen Zügen Informationen über die Auslastung der nächsten S-Bahn geben. Das wünschten sich die Pendler, so Willing. Befragungen hätten auch gezeigt, dass die Leuchtsymbole für viele bei Tageslicht schlecht zu erkennen seien, weshalb neue Leuchtsteine entwickelt wurden. Die Anzeigen seien obendrein offenbar nicht intuitiv verständlich. Pendler stellten sich nicht seitlich zu den Türen, sondern frontal auf, was Ankommenden den Ausstieg erschwere. Ergänzende Informationstafeln sollen Fahrgäste sensibilisieren.

Messungen hätten auch offenbart, dass das Gros der Pendler an den Treppenauf- und abgängen einsteige, was zu längeren Haltezeiten führe. Die Funktion, die die Position der Türen anzeigte, habe man deshalb abgestellt. Stattdessen gibt es jetzt rote Kreuze auf Höhe der Treppenaufgänge sowie weiße Pfeile über die Länge des Bahnsteigs, die die Fahrgäste dazu bringen sollen, sich zu verteilen.

Im eng getakteten S-Bahn-Betrieb zähle jede Sekunde, sagt Willing. Der Ein- und Ausstieg ist für die Bahn dabei eine Schraube, an der sie drehen will, um die S-Bahn pünktlicher zu machen. Drohende Fahrverbote, die VVS-Tarifzonenreform und die Ausweitung des 15-Minuten-Takts – das alles werde weitere Fahrgäste bringen und die Situation verschärfen, so Willing. Ziel müsse daher sein, die Haltezeiten zu verkürzen.

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