Stuttgart 21 Bahn feiert Durchschlag im Feuerbacher Tunnel

Die ersten Arbeiter gehen durch die Röhre.
Die ersten Arbeiter gehen durch die Röhre. © Foto: Uwe Roth
Stuttgart / Uwe Roth 18.07.2018

Neben dem Hauptbahnhof haben am Dienstag S-21-Mineure nach drei Jahren Bauzeit die letzte von vier Tunnelröhren durchschlagen. Sollte der Tiefbahnhof 2025 fertig gestellt sein, wie von der Bahn angekündigt, werden von da an die Züge aus und Richtung Karlsruhe, Mannheim und Paris den drei Kilometer langen Feuerbacher Tunnel durchfahren. Den Tunneldurchschlag hat die Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm groß gefeiert. Mit ihm sind laut Bahn über 70 Prozent der Tunnel im Projekt S 21 „im Rohbau“ fertig.

Während über der Erde S-21-Gegner „oben bleiben“ riefen, verfolgten unten in der Röhre mehrere hundert Gäste, wie eine Bohrmaschine die verbliebene Tunnelwand durchbrach, ein Schaufelbagger die Brocken beiseite räumte und die ersten Arbeiter gemeinsam mit Bahn-Projektleiter Christoph Lienhart durch das Loch gingen. Begrüßt wurden die Männer in staubiger Umgebung unter anderem vom parlamentarischen Staatsekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), von OB Fritz Kuhn (Grüne) sowie Bahnchef Richard Lutz.

Lutz hatte in seiner Rede vor allem die gesparte Reisezeit als Vorteil betont. So verkürze sich die Fahrzeit auf der Strecke Frankfurt-Ulm um eine halbe Stunde. „Millionen Fahrgäste werden profitieren.“ Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) zeigte sich überzeugt, dass die Schnellbahntrasse nach Ulm zum gleichen Erfolg werde wie die Neubaustrecke Berlin-München. Claude-Patrick Jeutter, Chef der beauftragten Baufirma Baresel, betonte hingegen die Schwierigkeit, vor der die Ingenieure angesichts des heiklen Untergrunds gestanden hätten. Der Tunnelvortrieb sei an einigen Stellen nur „unter schwierigsten Bedingungen“ gelungen. Statt wie gewöhnlich sechs Meter sei die Maschine lediglich zwei Meter am Tag vorangekommen.

OB Kuhn versicherte, dass er sich als Grüner an das Ergebnis des Bürgerentscheids gebunden fühle und sich mit dem Projekt arrangiert habe. „Wir mögen uns inzwischen so einigermaßen“, sagte er in Richtung Bahnchef. Kuhn forderte Lutz und Bilger zur Verhandlungsbereitschaft bei der Kostensteigerung auf. Die Differenz von den ursprünglich angenommenen Kosten von 4,5 Milliarden Euro und den aktuellen Schätzungen von 8,2 Milliarden Euro „ist viel zu groß, um sie vor Gericht auszutragen“.

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