Wer es nicht weiß, der findet den Shop nicht. „Viele haben die Adresse und stehen suchend vor dem Haus“, sagt Yen Do. Wer den Eingang zum Geschäft Beta in Stuttgart-Wangen aber einmal entdeckt hat, findet sich in einer anderen Welt wieder. Waren aus Thailand, China, Taiwan, Japan, Korea, Vietnam, Indonesien und Indien werden auf 600 Quadratmetern angeboten. Beta ist der nach eigenen Angaben größte asiatische Supermarkt in Süddeutschland. Voll gestopft mit 2500 Produkten – poppig bunt, mit fremden Zeichen und exotischen Bildchen. 90 Prozent haben eine deutsche Übersetzung auf der Verpackung. Wer dennoch Fragen hat, den beraten die Inhaberinnen, drei Schwestern, in ausgezeichnetem Deutsch.

Seit zwölf Jahren gibt es den Beta-Markt in der ersten Etage eines schmucklosen Bürogebäudes im Wangener Industriegebiet, seit 2015 führen ihn die Schwestern Yen, Hong und Man Do. Das Trio hat chinesische Eltern und fühlt sich dieser Kultur verbunden, ist aber in Vietnam geboren und aufgewachsen.

Kamen ehemals noch hauptsächlich Landsleute und andere Asiaten zum Einkaufen, machen heute 50 Prozent der Kundschaft Europäer aus. Eine wachsende Gruppe sind junge Mädchen, die nach japanischen und koreanischen Produkten Ausschau halten, die sie bei Youtube gesehen haben. Instantnudeln und Snacks gehen weg wie warme Semmeln. „Das ist jetzt modern. Die jungen Leute mögen das“, sagt Yen Do.

Der Geschmack von Urlaub

Das Gros kommt der besonderen Zutaten wegen. „Viele fahren nach Asien in den Urlaub oder arbeiten dort für eine Zeit. Dann kennen sie das Essen und vermissen es“, hat sie festgestellt. Bei Beta gibt es ausschließlich Original-Produkte. Das schmeckt man, findet Yen Do, beim Gedanken an Kokosmilch vom deutschen Discounter verzieht sie das Gesicht. Aber: Wer das echte Asien sucht, bekommt bei Beta mehr, als so manchem lieb sein dürfte. Hühnerfüße, Entenzunge, Seidenraupen – was Asiaten das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, treibt nicht wenigen Deutschen den Schweiß auf die Stirn. „Aber sie werden mutiger“, sagt Yen Do.

Für den leichten Einstieg eignet sich der Griff ins Gemüseregal. Dort kann man Chayote, Bittermelone, Wasserspinat oder Choi Sum probieren. Gemüse und Kräuter werden zweimal die Woche geliefert, Restaurantbesitzer kaufen daher ebenfalls bei Beta ein, erklärt die Chefin. Doch auch immer mehr deutsche Kunden seien überaus versiert. Yen Do lacht herzhaft. „Es ist erstaunlich, dass sich manche Europäer besser auskennen, als wir selbst.“

Info www.beta-asia-supermarkt.de