Integration über Musik Antiker Orpheus im Kriegsgebiet

Stuttgart / car 13.03.2018

Der Stuttgarter Verein Zuflucht Kultur betreibt seit 2014 Integration über Musikprojekte, und nun stehen wieder Flüchtlinge und Deutsche für eine Operninszenierung zusammen auf der Bühne. Zunächst in München, wo „Orfeo“ an diesem Mittwoch Premiere feiert. Nach Stuttgart kommt die Produktion etwas später – sie gastiert am 28. und 29. April sowie vom 10. bis zum 12. Mai im Freien Musikzentrum in Feuerbach.

Die transkulturelle Adaption des „Orpheus“  ist eine Gemeinschaftsproduktion des Stuttgarter Vereins und des Hofspielhauses in der bayerischen Landeshauptstadt. Aus Vertonungen von Monteverdi, Gluck, Graun und Haydn sowie Texten der Schriftsteller Khalil Gibran, Abu Temmam und Orhan Pamuk ist eine Neuinterpretation des antiken Stoffs um Orpheus und Eurydike entstanden. Die Handlung wurde nach Syrien verlegt, „aber sie könnte in jedem Kriegsgebiet der Welt spielen“, erklärt Cornelia Lanz, die als Vereinsvorsitzende und Mezzosopranistin die Gesamtleitung innehat. Auf der Bühne vereint sich der Orpheus-Mythos mit Texten von IS-Aussteigern, Rapmusik und arabischen Liedern.

Nach opulenten Zuflucht-Kultur-Opern wie „Carmen“ oder „Idomeneo“ soll „Orfeo“ ein „kleines, feines Zwischenprojekt“ sein. Auf der Bühne wird diesmal nur eine Handvoll Akteure stehen, dabei umfasst der Zuflucht-Kultur-Pool mittlerweile rund 400 Akteure aus Afghanistan, Eritrea, Ghana, Irak, Iran, Syrien, Nigeria und Pakistan.

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