Demonstration Am Neckartor droht Stillstand

Stuttgart / dpa 29.12.2017

In Stuttgart wollen Bürger am Neujahrstag gegen die Feinstaubbelastung am Neckartor demonstrieren. Das parteifreie Bündnis „Stuttgart Ökologisch Sozial“ (SÖS) ruft zu der Demonstration  auf und erwartet nach Angaben der Stadt Stuttgart rund 500 Teilnehmer. Während der Veranstaltung wird die Bundesstraße 14 stadteinwärts gesperrt. Unter dem Motto „Fahrverbote selber machen – Menschen schützen“ will das Bündnis nach eigenen Angaben gegenüber der Feinstaubmessstation am Neckartor Stellung beziehen. Dieser Ort gilt als die schmutzigste Kreuzung Deutschlands.

Die Stuttgarter und insbesondere die Anwohner am Neckartor litten seit Jahren an den krankmachenden Folgen von Feinstaub und Stickoxiden, sagte SÖS-Stadtrat Luigi Pantisano laut Mitteilung: „Ihre Appelle und die von der EU festgelegten Grenzwerte werden seit Jahren von den politisch Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ignoriert.“

Um die Schadstoffe zu reduzieren, muss der Verkehr dort an Tagen mit hoher Belastung zur Not mit Fahrverboten reduziert werden. Das hat das Verwaltungsgericht Stuttgart kürzlich entschieden. Bleibt das Land wie angekündigt bis Ende April 2018 untätig, drohen 10 000 Euro Zwangsgeld.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert weiter Fahrverbote. Geschäftsführer Jürgen Resch sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, an Fahrverboten für dreckige Dieselfahrzeuge führe kein Weg vorbei. „Wenn der grüne Ministerpräsident bei seinem Wortbruch bleibt, dann werden wir ab der zweiten Januarwoche mit kreativen Aktionen selber für weniger Verkehr am Neckartor sorgen.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel