Kirche Als Abraham vor Lachen vom Stuhl fiel

Lachen belebt den Geist, findet Harald-Alexander Korp
Lachen belebt den Geist, findet Harald-Alexander Korp © Foto: Caroline Holowiecki
Stuttgart / Caroline Holowiecki 26.11.2018

Ein verhaltenes „Ho, ho, ho“, Kichern, schließlich lautes Lachen. Bei der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Hohenheim ging‘s am Freitag heiter zu. Die Frage des Abends: „Worüber lacht Gott?“ Religion und lachen? Der Referent Harald-Alexander Korp sagt: ja. Er bringt einen Hintergrund mit, der ebenso schmunzelnd staunen lässt. Der gebürtige Stuttgarter ist Religionswissenschaftler, Philosoph und Physiker, Hospizmitarbeiter, Lach-Yoga-Trainer und Humor-Coach.

Für Korp ist das alles kein Widerspruch, immerhin belebe beides, Religion und Lachen, Geist und Seele, „das hat etwas mit Selbstfürsorge zu tun“. Vielfach herrsche der Glaube, hemmungsloses Lachen nehme die Würde, „und Religion ist sehr auf Würde bedacht“, zum anderen wiege vor allem im Christentum das Martyrium Jesu schwer. „Angesichts dessen zu lachen, fällt vielen schwer“, sagt Korp.

Ob Kirche mehr Leichtigkeit braucht? „Unbedingt. Da ist viel Luft nach oben“, sagt er. Gerade die katholische Kirche habe ursprünglich einen „Hang zur Freude“, sagt er und nennt Karneval und das Osterlachen. Das Evangelium sei die Frohe Botschaft.

Laut Korp ist in jeder Religion Heiteres zu finden. Im Islam macht sich der Narr Nasreddin Hodscha über Bigotterie lustig. Im Judentum ist der chassidische Witz Teil einer Streitkultur. Im Buddhismus kann Humor ein Weg zur Erleuchtung sein. Der greise Abraham fällt vor Lachen vom Stuhl, als ein Engel im prophezeit, seine ebenfalls hochbetagte Sarah werde ihm ein Kind gebären. Selbst der blasphemische Witz hat bei Korp seine Berechtigung, „wenn er hilft, die Überfrommen, die Bigotten zurück auf den Boden zu holen“.

Die Akademie ist eines von zwei Tagungszentren der Diözese, die sich als Forum für Fragen der Zeit verstehen. So findet in Hohenheim das Theologische Forum Christentum-Islam statt. Referentin Barbara Thurner-Fromm spricht von einer „Brückenfunktion zur Gesellschaft“. Interkulturelles Kennenlernen begünstige das Miteinander, „vielleicht lachen wir über die gleichen Dinge?“ 

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