Wagenhallen Ab Herbst spielt in den Wagenhallen wieder die Musik

Das Dach wird durch ein leichteres ersetzt.
Das Dach wird durch ein leichteres ersetzt. © Foto: Ferdinano Iannone
Stuttgart / Caroline Holowiecki 12.12.2017

Seit fast einem Jahr müssen die Stuttgarter auf ihre charmanteste Veranstaltungshalle verzichten. Im Januar war der Baustart für die Grundsanierung der Wagenhallen im Norden der Stadt. Statik und Brandschutz müssen auf den neuesten Stand gebracht werden, außerdem wird der Schallschutz für Anwohner und die benachbarte Schule verbessert, erklärt Sven Matis, Sprecher der Stadt. Die ist seit 2003 Eigentümerin und hat das alte Industriegebäude für kulturelle Zwecke sowie als Lager und Werkstätten an den Kulturbetrieb Wagenhallen verpachtet.

Die historische Konstruktion von 1895 bleibt zwar weitgehend erhalten, wird aber hinter den Kulissen grundlegend erneuert. Anschlüsse und Leitungen sind bereits verlegt, das Gemäuer ist so gut wie fertig. Jetzt geht es ans Dach. Das wird durch ein leichteres ersetzt, dazu wird ein Welldach aufs freigelegte Stahlgerippe aufgebracht. Fenster, Tor und Stahltreppe werden aktuell hergestellt. Zwischen Veranstaltungshalle und Ateliers ist zudem eine Brandschutzmauer eingezogen worden, auch eine neue Sprinkleranlage gibt es. Zusätzliche Flächen werden nach dem Umbau in einem neuen Gebäudeteil sein.

Alles in allem sollen am Ende folgende Flächen zur Verfügung stehen: die mehr als 4000 Quadratmeter große Veranstaltungshalle mit bis zu 2100 Stehplätzen für Konzertbesucher, zudem der knapp 10 000 Quadratmeter große Atelier- und Werkstattbereich für die Künstler, die aktuell in Container ausgelagert sind, und die Tango-Tanzschule auf 450 Quadratmetern. „Wichtig ist, den alten Charme beizubehalten“, stellt Matis klar. Der Indu­striecharakter werde konserviert und ins 21. Jahrhundert transportiert.

Insgesamt sind für die Maßnahme knapp 30 Millionen Euro veranschlagt. Kostensteigerungen seien aktuell nicht in Sicht, dennoch sind die 12,4 Millionen Euro vom Land ein warmer Regen. Die Förderzusage für die energetische Sanierung wird Regierungspräsident Wolfgang Reimer an diesem Mittwoch symbolisch an Oberbürgermeister Fritz Kuhn übergeben. Auch Kulturschaffende werden dem beiwohnen. Sie dürfen im April mit dem sogenannten Nu­tzerausbau starten. Dann soll den Mietern ein veredelter Rohbau übergeben werden, damit die mit dem Einbau von Technik, Bühne und Co. starten können. Und ab Herbst soll der Kulturbetrieb wieder laufen – dann auch mit einem großzügigeren Außenbereich inklusive Biergarten. Auf der Wagenhallen-Homepage wird bereits für den 1. Oktober 2018 geworben.

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