Stuttgart „Tarzan“ verabschiedet sich mit Rekordzahlen

Abschiedsszene: Tarzan (Gian Marco Schiaretti) und Jane (Merle Hoch) bei der Derniere.
Abschiedsszene: Tarzan (Gian Marco Schiaretti) und Jane (Merle Hoch) bei der Derniere. © Foto: Stage Entertainment
Stuttgart / DOMINIQUE LEIBBRAND 30.08.2016
Am Sonntagabend ist der letzte Vorhang für „Tarzan“ gefallen. Das Musical fuhr Rekordzahlen ein. Jetzt richtet sich der Blick auf „Mary Poppins“.

Fast drei Jahre nach der Premiere hat sich „Tarzan“ am Sonntagabend aus Stuttgart verabschiedet. Mit rund 1,5 Millionen Zuschauern gehört das Musical neben „Tanz der Vampire“ und „Mamma Mia“ zu den erfolgreichsten Stücken, die in 22 Jahren im SI-Centrum gezeigt wurden. Im Internet überschlagen sich die Fans mit lobenden Kommentaren über die Disney-Produktion, Pressesprecher Jürgen Langerfeld bestätigt: „Sie war von Anfang an ein Publikumsliebling.“

Kein Wunder, war „Tarzan“ doch eine Show der Superlative: 85 motorische und hydraulische Maschinen waren für die vielen Flugszenen im Apollo-Theater im Einsatz. „Sie haben an einem Wochenende so viel Strom verbraucht wie ein Vier-Personen-Haushalt im ganzen Jahr“, erzählt Langerfeld. Über 160 Perücken seien in jeweils 40 Stunden Arbeit für das Musical hergestellt worden, für die aufwendige Perücke des Affenvaters Kerchak seien sogar 80 Stunden draufgegangen. Jedes Affenkostüm bestand aus 20 000 Fransen in 21 Farben. Während der Show standen 24 Darsteller auf der Bühne, 39 gehörten insgesamt zum Ensemble.

Mit Blick auf 1151 Vorstellungen sagt „Tarzan“-Darsteller Gian Marco Schiaretti: „Es war die beste Erfahrung meines Lebens.“ Nun zieht das Musical weiter an den Stage-Entertainment-Standort Oberhausen, wo es am 6. November Premiere feiert. Der aus der TV-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ bekannte Alexander Klaws wird die Hauptrolle spielen.

In Stuttgart fängt indes der Umbau der Bühne an. Die Dschungelkulisse muss für die Märchenwelt von „Mary Poppins“ weichen. Die Deutschland-Premiere des TV-Klassikers im Musical-Format ist am 23. Oktober. Es dauere bis Ende September, bis die neue Kulisse stehen werde, sagt Langerfeld. Gearbeitet wird im 24-Stunden-Schichtbetrieb. Parallel beginnen Kreative, Darsteller und Produktionsteam mit ihrer Arbeit.

Gegenüber des Apollo-Theaters läuft derweil das Boxerdrama „Rocky“ weiter. Das Musical, das auf den Kino-Filmen mit Sylvester Stallone basiert, machte einige Monate nach der Premiere vergangenes Jahr mit schwächelnden Zahlen von sich reden. Aktuell sei man zufrieden, stellt Jürgen Langerfeld fest. Die Auslastung entspreche dem „Verlauf der Sommersaison“. Ein Ende der Produktion stehe noch nicht fest. „Es wird auf jeden Fall noch über den Jahreswechsel hinaus in Stuttgart gespielt“, so Langerfeld.

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