Der Keller Klub steht vor dem Aus. Das Gebäude soll Mitte 2019 abgerissen werden. Die Disco am Rotebühlplatz ist nicht die einzige, die in den letzten Jahren dicht machen musste. Wie steht es eigentlich um die Clubszene in Stuttgart, will Dejan Perc wissen. Der Stadtrat und kulturpolitische Sprecher der Stuttgarter SPD-Fraktion hat aus diesem Grund zur Diskussion in die Disco Schräglage eingeladen. Was kann man tun, damit das Clubsterben in der Landeshauptstadt nicht immer weiter geht?

Der Dialog ist die Lösung des Problems – das findet zumindest Matthias Rauch, Macher der Nachtbürgermeister-Wahl in Mannheim. Seit August ist dort Hendrik Meier Ansprechpartner für Club-Besitzer, Partygäste, Anwohner und all diejenigen, die in irgendeiner Weise mit der Clubszene in Kontakt kommen. Walter Ercolino, Leiter des Popbüros Region Stuttgart, könnte sich einen Nachtbürgermeister für Stuttgart  gut vorstellen. Schade sei natürlich, dass Mannheim der Landestadt zuvorgekommen ist.

Eine große Hürde für die Entwicklung der Clubs in der Innenstadt sieht Paul Woog, Geschäftsführer des Eventveranstalters „SKS Michael Russ“, in den vielen Regeln, die den Besitzern und Partygästen aufgelegt werden. „Stuttgart ist total tot reguliert,“ findet er. „Es gibt viel zu wenig Freiraum.“ Die Stadt müsse eine Förderkultur finden, die zu Stuttgart passt, ohne Künstler und Clubbesitzer einzuschnüren.

„Förderung gibt es“, gibt Magdalen Pirzer, Leiterin der Kulturförderung der Stadt Stuttgart, zu bedenken. Unter dem Namen „Kultur im Club“ stellte das Kulturamt der Landeshauptstadt in den Jahren 2016 und 2017 für Projekte, die in Clubs stattfinden, jeweils 30 000 Euro zur Verfügung. Künstler mit Wohnsitz in der Region Stuttgart erhalten pro Projekt maximal 3000 Euro.

Dabei geht es vielen Club-Besitzern nicht um finanzielle Unterstützung – wie zum Beispiel dem Betreiber des Dilaylas in der Stuttgarter Eberhardstraße, der im Moment mit einer unangenehmen Anwohnerin zu kämpfen hat. Er will nur seinen Job machen. „Eigentlich wollen viele nur in Ruhe gelassen werden“, stellt Woog fest. Man solle die Clubs einfach wirtschaften lassen.

Perc wird an diesem Abend deutlich: Die Stadträte wissen nur wenig von den Problemen in der Clubszene. „Bitte kommen Sie auf uns zu, stellen Sie Anträge und nutzen Sie weitere Foren wie diese Veranstaltung.“