Stippvisite „Er darf mir gerne eine runterhauen“

Mit Sonnenbrille und Kappe: Terence Hill.
Mit Sonnenbrille und Kappe: Terence Hill. © Foto: Ferdinando Iannone
Stuttgart / Caroline Holowiecki 29.08.2018

Eine Stunde warten Timo Kurz und seine Mitstreiter schon, eine weitere liegt vor ihnen. Doch die Stimmung ist bestens. „Geil wäre ein Foto mit ihm“, sagt der 28-Jährige. Mit Mario Girotti, besser bekannt als Terence Hill. Die Kino-Legende hat am Montag ihren Film „Mein Name ist Somebody“ im Ufa in Stuttgart vorgestellt und in zwei Sälen 1000 Fans begrüßt. Logisch, dass auch Mitglieder des Terence-Hill-und-Bud-Spencer-Fanclubs „Nobody ist Banana Joe“ aus dem Rems-Murr-Kreis gekommen sind. „Er darf mir auch gern eine runterhauen“, sagt Timo Kurz grinsend.

Terence Hill und Bud Spencer sind mit ihren Keilerei-Klamotten Kult geworden. Durch knapp 20 gemeinsame Filme prügelten sich der Dicke und der Blonde durch. Francesco Scannapieco (40) trifft auf Terence Hill im Italien-Trikot. Er kannte dessen Mutter, die ihre letzten Jahre in einem Altersheim in Ludwigsburg verbrachte. „Sie war sehr stolz auf ihren Sohn“, berichtet Scannapieco.

Schlag 18 Uhr erscheint der beliebteste aller TV-Schläger unter großem Jubel auf die Bühne. Schwarzes Hemd, Cowboystiefel, Schildmütze. Doch der jugendliche Look kann nicht darüber hinwegtäuschen: Hill geht stramm auf die 80 zu. Das Lächeln ist verschmitzt wie eh und je, die Bewegungen wirken jedoch hölzern.

Auf Deutsch – als Kind lebte er nahe Dresden – erzählt er wacker die Geschichte, die er so ähnlich schon in Frankfurt, Sulzbach oder Berlin erzählt hat: Wie er einst diesen Carlo Pedersoli am Set von „Der Hund, die Katze, der Fuchs“ kennengelernt hatte, wie sie sich vor ihrer ersten Film-Haue als „Kleiner“ und „Dicker“ geneckt hatten und dann „wie Brüder“ gewesen seien. Dass dieser erste Film seinerzeit im spanischen Almeria gedreht worden war – und dass er genau an diesem Ort, auf der Suche nach einer Kulisse für den neuesten Streifen, 2016 vom Tod Bud Spencers erfahren habe.

Die Fans sind beseelt. Obwohl Terence Hill nach nur zehn Minuten in Saal zwei huscht, kennt der Jubel keine Grenzen. „Das ist Kindheit. Das hat man sonntags mit dem Vater angeschaut“, schwärmt Peter Hellstern (32), der extra aus Freudenstadt angereist ist.

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