Denkmaltag 33 Denkmäler öffnen ihre Türen

Eine Figur am früheren Kriegsministeriums, das ebenfalls besichtigt werden kann.
Eine Figur am früheren Kriegsministeriums, das ebenfalls besichtigt werden kann. © Foto: Jürgen Schmidt
Jürgen Schmidt 06.09.2017

Natürlich sind auch das Alte Schloss, die Stiftskirche oder die Grabkapelle dabei, wenn am Sonntag 33 historische Gebäude zum „Tag des offenen Denkmals“ in Stuttgart ihre Pforten öffnen. Doch der besondere Reiz der bundesweiten Aktion ist, dass sie Orte zugänglich macht, die sonst verschlossen bleiben. Das gilt in diesem Jahr vor allem für Bauwerke aus dem 19. und 20. Jahrhundert, etwa den ersten Eisenbahntunnel des Königreiches Württemberg. Der liegt im Rosensteinpark und wurde 1846 in Betrieb genommen, um den Hauptbahnhof mit dem Bad Cannstatter Bahnhof zu verbinden. In Betrieb blieb der Tunnel nur bis 1922, weil parallel ein neuer gebaut wurde, der bis heute genutzt wird. Am Sonntagnachmittag können Interessierte den Tunnel von 14 bis 18 Uhr  bei stündlichen Führungen besichtigen.

Während Besucher in den Tunnel ohne Voranmeldung kommen, ist dies bei anderen Denkmälern nicht möglich. Dazu gehört etwa das einstige Kriegsministerium in der Olgastraße 13 im Stuttgarter Justizviertel. Der Bau mit martialischen Fassaden-Verzierungen beherbergt heute die Außenstelle des Eisenbahnbundesamtes. Anmeldungen  bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt sind auch für Führungen durch das Offizierskasino der Dragoner­kaserne am Römerkastell in Bad Cannstatt und für  die Villa Gemmingen am Fuße der Karlshöhe erforderlich.

Spontan vorbeischauen ist dagegen im „Kleinen Rathaus“ an der Stafflenbergstraße am Bubenbad möglich, das heute das Haus der Burschenschaft ist, oder auch in der Thinghalle in Stuttgart-Rohr. Der kirchenähnliche Bau war 1938 als Heim der Hitlerjugend errichtet worden.

Das jüngste Denkmal, dass am Sonntag in Stuttgart zu sehen ist, ist das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) auf dem Unicampus in Vaihingen. Die Zeltdachkonstruktion von Frei Otto und Rolf Gutbrod war ursprünglich ein Versuchsbau für den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung Expo 1967 im kanadischen Montreal, der später zum Institutsgebäude ausgebaut wurde.

Info Einen Überblick gibt’s  auf
www.tag-des-offenen-denkmals.de.