Cannstatter Volksfest 200 Jahre Wasen: Fakten zum größten Volksfest des Landes

Moderne, superschnelle Fahrgeschäfte wirbeln wie in jedem Jahr auf dem Cannstatter Wasen.
Moderne, superschnelle Fahrgeschäfte wirbeln wie in jedem Jahr auf dem Cannstatter Wasen. © Foto: Ferdinando Iannone©
Stuttgart / Daniel Grupp 24.09.2018
Der Cannstatter Wasen feiert sein 200-Jähriges. Wir liefern die Fakten zum größten Volksfest im Südwesten.

Ein Volksfest im XXL-Format feiert Stuttgart in diesem Jahr. Zum Wasenrummel gestellen sich das Landwirtschaftliche Hauptfest (LWH) und erst- und einmalig das Historische Volksfest auf dem Schlossplatz. Denn alle diese Feste können sich auf ihre Ursprünge vor 200 Jahren berufen. Zudem hat der Turnus ergeben, dass 2018 auch noch das 100. LWH gefeiert wird.

Die 173. Version des Cannstatter Volksfestes wird am 28. September um 15 Uhr von OB Fritz Kuhn eröffnet. Es ist das größte Fest in  Baden-Württemberg und – nach dem Münchner Oktoberfest – das zweitgrößte in Deutschland. Die Besucherzahl an den 17 Festtagen bis zum 14. Oktober wird vom Wetter abhängen. Fürs vorige Jahr wurden 4,1 Millionen Gäste geschätzt. Da keine Tickets nötig sind, liegen keine exakten Daten vor. Am Eingang werden Besucher nur auf gefährliche Gegenstände kontrolliert. Dazu zählen inzwischen sogar Plastikflaschen mit Wasser.

Andere Daten sind präziser und zeigen die Dimension der Großveranstaltung: 32.000 Plätze bieten die Festzelte des Volksfestes. Die meisten Besucher, nämlich 6600, können gleichzeitig im Schwabenbräuzelt bewirtet werden. Das größte Zelt mit fast der Fläche eines Fußballfeldes stellt Hofbräu auf. Auf dem Festgelände sind am Tag etwa 1500 Personen beschäftigt, insgesamt hängen am Volksfest etwa 17.000 Arbeitsplätze.

Der Zutritt zur Leistungsschau der Landwirte kostet regulär 14 Euro. Zum 99. LWH vor vier Jahren kamen etwa 200.000 Besucher. Die Messe der Bauern hat denselben Ursprung wie das Volksfest. König Wilhelm I. und Königin Katharina riefen am 28. September 1818 die Veranstaltung ins Leben, die als landwirtschaftliche Leistungsschau den Bauern Impulse geben sollte.

Das zunächst jährliche LWH entkoppelte sich vom Volksfest und ging auf einen Zwei- und Dreijahresturnus über. Seit 2006 wird es alle vier Jahre gefeiert. Das Volksfest muss dann Fläche abgeben. Fanden 2017 noch 334 Gastro- und Schaustellerbetriebe Platz, werden es in diesem Jahr nur 279 Betriebe sein, berichtet Jörg Klopfer von der städtischen Event-Gesellschaft in.Stuttgart. Vom Almhüttendorf bleibt in diesem Jahr nur die Almhütte übrig.

Parken und Sicherheit

Wasenbesucher sollten erst gar nicht versuchen, mit dem Auto zu kommen, rät Klopfer. Wegen des LWH fallen auch die Parkplätze an der Süd-Ost-Seite des Veranstaltungsgeländes weg. Besonders kritisch sei Samstag, 29. September, wenn der VfB gegen Bremen spielt. Klopfer hätte sich gewünscht, dass die Partie schon am Freitag ausgetragen wird.

Bei Großveranstaltungen auf dem Festgelände und Fußballspielen ist auch die Polizeiwache auf dem Wasen besetzt. Beim Volksfest sind die Beamten fast rund um die Uhr vor Ort. „Bis die letzten Besucher das Festgelände verlassen“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. Das sei auch mal der frühe Morgen.

Freitags und samstags schließen Zelte und Fahrgeschäfte um 24 Uhr, sonst um 23 Uhr. Morgens geht es an Samstagen, Sonntagen und am Tag der Deutschen Einheit um 11 Uhr los, sonst um 12 Uhr. An Spitzentagen seien bis zu 100 Beamte im Einsatz. Jörg Schiebe, der neue Chef des Reviers Bad Cannstatt, habe sich zum Ziel gesetzt, dass sich wie in den vergangenen Jahren der Abwärtstrend bei den Straftaten fortsetzt.

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Sicherheit
30

Cent mehr als im vorigen Jahr müssen die Besucher im Durchschnitt für die Maß Bier aufbringen. Der Liter kostet zwischen 10,50 und 10,80 Euro. Der Göckelespreis liegt bei 11 Euro.  

1,5

Gigawatt Strom werden etwa während der zwei Wasenwochen verbraucht. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von rund 700 Zwei-Personen-Haushalten.

85

Meter hoch ist der Freifallturm „Hangover“, das höchste Fahrgeschäft des Wasen. Das schnellste Fahrgeschäft, die Loopingachterbahn „Teststrecke“, erreicht 80 Stundenkilometer. 

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